Polizei warnt vor Ausweitung der Krawalle

Mahnungen nach Gewalt in Hamburg und Celle

In Hamburg und Celle sind bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und jesidischen Gruppen sowie Muslimen mehr als 20 Menschen verletzt worden.

Berlin - Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden ethnischen Gruppen in Hamburg und Celle hat die Polizeigewerkschaft Alarm geschlagen. "Hier droht ein Stellvertreterkrieg auf deutschem Boden", sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der "Passauer Neuen Presse". In Hamburg und Celle hätten die Einsatzkräfte "unter Lebensgefahr rohe Gewalt" erlebt, die sich auch gezielt gegen die Polizei gerichtet habe.

Die Gewalttäter seien mit Macheten, Schlagstöcken und Messern "bis an die Zähne" bewaffnet gewesen, klagte Wendt. Die Konflikte aus dem Irak und Syrien würden auf deutschen Straßen ausgetragen.

Auch der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU) zeigte sich besorgt. Es sei "leider nicht das erste Mal, dass Konflikte, deren Ursachen in anderen Staaten oder in unterschiedlicher religiöser Prägung liegen, mit Gewalt auf unseren Straßen und Plätzen ausgetragen werden", sagt Bosbach der "Passauer Neuen Presse". Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer forderte, es müsse "mit allen Möglichkeiten des Strafrechts gegen die Täter und vor allem Rädelsführer vorgegangen werden".

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und jesidischen Gruppen sowie Muslimen wurden am Dienstag in Hamburg und Celle mehr als 20 Menschen verletzt. Im nordsyrischen Kobane stehen sich kurdische Soldaten und Anhänger der Dschihadistengruppe IS in schweren Kämpfen gegenüber. Kurden in Deutschland demonstrieren seit Tagen für mehr Unterstützung für ihre Landsleute in Kobane.

(xity, AFP)