Polizei überführt Betrüger-Bande

Festnahme und Durchsuchungen in Dortmund

Mit zahlreichen falschen Identitäten, gefälschten Unterlagen und Ausweisen sowie betrügerisch erlangten Bankkonten haben ein 38-jähriger Dortmunder und seine Komplizen Autos finanziert und anschließend an gutgläubige Privatleute verkauft.

Düsseldorf/Dortmund - Gestern Morgen um 7 Uhr klingelt es an der Tür einer Wohnung an der Speckestraße in Dortmund. Es ist die Wohnung einer fünfköpfigen Familie, deren Oberhaupt ein 38-Jähriger ist. Der Mann wird festgenommen; seine Wohnung nach Beweismitteln durchsucht. Ebenso zwei weitere Wohnungen an der Mallinckrodtstraße, in der vermeintliche Komplizen des 38-Jährigen leben.

Was sind die Hintergründe? Im Dezember des vergangenen Jahres erstattete ein Geldinstitut in Düsseldorf Anzeige wegen des Verdachts des versuchten Kreditbetruges. Es war aufgefallen, dass die Unterlagen eines bis dahin unbekannten Mannes bei der Beantragung eines Darlehns zur Finanzierung eines Pkw eindeutige Fälschungsmerkmale aufwiesen. Im Verlauf der Ermittlungen wurden den Kriminalbeamten weitere Fälle mit diesem Modus operandi unter anderem in Neuss, Solingen, Dortmund und in Düsseldorf bekannt. Im Dezember beispielsweise finanzierte ein Mann mit italienischem Pass bei einem Autohaus an der Karl-Geusen-Straße einen Mercedes GLK im Wert von über 20.000 Euro und wart nach Übergabe des Fahrzeugs nicht mehr gesehen. Sowohl der vorgelegte Pass als auch die Gehaltsbescheinigungen waren gefälscht. Schließlich führte ein Fall in Neuss die Ermittler auf die Spur des Haupttatverdächtigen, der im Verlaufe des Verkaufs eines betrügerisch erlangten Audi A4 bei der Kommunikation mit dem Opfer unabsichtlich seine Echtpersonalien preisgegeben hatte. In der Folge erwirkten die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft und das Fachkommissariat für Kfz-Delikte einen Haftbefehl für den 38 Jahre alten Mann aus Dortmund und Durchsuchungsbeschlüsse für seine und die Wohnung von zwei Komplizinnen im Alter von 31 und 51 Jahren.

Zwischenzeitlich konnten die Kriminalisten sechs vollendete Fälle rekonstruieren, in denen die Beschuldigten mit gefälschten Urkunden Kontos eröffnet hatten und in der Folge Fahrzeuge voll finanzierten und anschließend über ein Internet-Kaufportal an Privatabnehmer veräußerten. Der Gesamtschaden allein bei diesen Taten beläuft sich auf rund 75.000 Euro. Der 38-Jährige befindet sich seit gestern in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.