19.07.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Polizei rätselt über Hintergrund von Juwelier-Überfall

Polizei rätselt über Hintergrund von Juwelier-Überfall

Nach spektakulärem Schmuckraub in München

Die Münchner Polizei rätselt über die Hintergründe eines spektakulären Raubüberfalls auf einen Juwelier in der Münchner Innenstadt. Womöglich gehören die Täter zu der seit Jahren berüchtigten Pink-Panther-Diebesbande.

München - Womöglich gehörten die Täter zu der seit Jahren berüchtigten Pink-Panther-Diebesbande, sagte der Münchner Kriminaldirektor Clemens Merkl am Donnerstag vor Journalisten. Weil vier der kurz nach dem Überfall Festgenommen Heranwachsende sind, würde dies laut Merkl aber einen Strategiewechsel der international agierenden Räuber bedeuten.

Die Diebesbande Pink Panther ist in rund 20 Ländern aktiv und soll etwa 220 Mitglieder zählen. Auf ihr Konto sollen Schmuckdiebstähle im Volumen von 330 Millionen Euro gehen. Zum typischen Vorgehen der Pink Panther gehört, am hellichten Tag mit brachialer Gewalt vorzugehen.

So agierten auch die Räuber in der noblen Münchner Maximilianstraße: Sie schlugen dort am späten Mittwochvormittag mit einem Vorschlaghammer die Eingangstür eines Schmuckhändlers ein und drangen so in das Geschäft ein. In dem Laden zertrümmerten sie mit dem Vorschlaghammer und einer Axt die Vitrinen und räumten sie teilweise leer. Dabei erbeuteten die Täter Schmuck im Wert einer sechsstelligen Eurosumme.

Laut Merkl spricht das Vorgehen bei der Tat für eine Täterschaft der Pink Panther. Dagegen spreche aber Alter und Nationalität zumindest eines Teils der Beschuldigten. Denn von den sieben Festgenommenen soll einer ein 14-jähriger Ukrainer sein, zwei 15-Jährige und ein 16-Jähriger sollen aus Moldawien stammen. Bislang konnte der Polizei zufolge noch kein Pink-Panther-Mitglied aus diesen Ländern ermittelt werden.

In Tatortnähe wurden den Angaben zufolge aber zwei als Helfer verdächtige erwachsene Serben in einem Auto gefasst, ein weiterer in einer Wohnung festgenommener Mann stamme ebenfalls aus Serbien. Die bisher bekannten Pink-Panther-Mitglieder kamen aus den Ländern des früheren Jugoslawiens.

Die Münchner Polizei will sich laut Kriminaldirektor Merkl nun mit anderen Polizeibehörden über ihren Fang austauschen. "Dass da ein Strategiewechsel stattfindet, das könnte sein", sagte Merkl. Die Polizei kann aber auch nicht ausschließen, dass die Täter das Vorgehen der Pink Panther nachgemacht haben.

Gefasst werden konnten die direkt für den Überfall verantwortlichen Heranwachsenden, weil ihnen Passanten und der Wachmann eines benachbarten Juweliers folgten. Ein Polizeisprecher sagte, die Ermittler sähen diese Verfolgung wegen der Gefahr für die Verfolger mit gemischten Gefühlen. Anders als bei anderen Überfällen der Pink Panther seien bei diesen Tätern aber keine Waffen gefunden worden.

(xity, AFP)


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