Polizei hält wenig von Ausweiskontrollen an Flughäfen

Gewerkschaft verweist auf fehlendes Personal

Die Polizei sieht den Vorstoß von Innenminister de Maizière für mehr Ausweiskontrollen an Flughäfen skeptisch.

Berlin - "Dauerkontrollen aller Flugpassagiere im Schengen-Raum können auf jeden Fall nicht von der Bundespolizei geleistet werden", erklärte GdP-Vizechef Sven Hüber. "Dafür ist einfach kein Personal vorhanden." Selbst ohne zusätzliche Kontrollen fehlten der Bundespolizei 2900 Beamte.

De Maizière hatte als Konsequenz aus den Erfahrungen nach dem Germanwings-Absturz in den französischen Alpen gefordert, in Zukunft wieder die Identität aller Passagiere auf Flügen innerhalb der EU und im grenzkontrollfreien Schengenraum zu prüfen. Innerhalb Europas wird die Identität von Flugpassagieren und die Übereinstimmung mit dem Namen auf dem Ticket nicht mehr systematisch kontrolliert. Daher hatte es nach dem Absturz zunächst Probleme gegeben, eine genaue Passagierliste zu erstellen.

Auch die GdP sprach sich dafür aus, die Identität von Flugpassagieren einwandfrei festzustellen. Dies sei aber "Sache der Fluggesellschaften" sagte Hüber. Diese müssten akkurat geführte Passagierlisten dann an die Bundespolizei weiterleiten. Habe eine Airline Zweifel an der Identität eines Fluggasts, "dürfen sie den Passagier nicht mitnehmen". Der GdP-Vize verwies allerdings auf das Problem, dass viele Airlines ihre Bodenpersonaldienste aus Kostengründen an Fremdfirmen übertragen hätten und kaum noch eigene Kontrolle darüber ausüben könnten.

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine waren vergangene Woche alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Copilot Andreas L. den Absturz absichtlich herbeiführte.

(xity, AFP)