Politbarometer: Union rutscht in der Wählergunst weiter ab

AfD büßt aber ebenfalls an Zustimmung ein

Die Union ist im ZDF-"Politbarometer" auf den schlechtesten Wert in dieser Legislaturperiode abgerutscht.

Berlin - Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden CDU/CSU laut der am Freitag veröffentlichten Umfrage im Vergleich zu Ende Januar erneut einen Prozentpunkt verlieren und nur noch auf 36 Prozent kommen. Aber auch die rechtspopulistische AfD verliert einen Punkt und erreicht zehn Prozent.

Die SPD könnte dagegen einen Punkt auf 25 Prozent zulegen. Auch die Linkspartei steigert sich um einen Punkt auf neun Prozent. Die Grünen büßen dagegen einen Punkt ein und kommen nur noch auf zehn Prozent. Die FDP verharrt bei fünf Prozent und würde damit möglicherweise den Wiedereinzug in den Bundestag schaffen. Damit hätte die regierende Koalition aus Union und SPD weiter eine Mehrheit. Für Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Grün würde es dagegen nicht reichen.

Bei der Bewertung der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind die Deutschen gespalten. Unzufrieden sind damit 50 Prozent der Befragten, ein gutes Zeugnis stellen ihr 47 Prozent aus. Damit ging die Kritik an der Kanzlerin leicht zurück. Ende Januar waren noch 54 Prozent der Befragten unzufrieden.

Auch die Beliebtheitswerte Merkels stiegen wieder leicht. Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf verbesserte sie ihren Wert von 1,0 auf 1,1 und kam damit in der Reihe der zehn wichtigsten Politiker auf den dritten Platz. Angeführt wurde die Liste von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit einem Wert von 2,0, gefolgt von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 1,8.

Angesichts der Flüchtlingskrise befürwortet eine deutliche Mehrheit von 58 Prozent der Deutschen die Wiedereinführung von Grenzkontrollen in der EU. Dagegen sprechen sich 39 Prozent der Befragten aus.

Mehr als die Hälfte der Bürger (54 Prozent) bezweifelt, dass die Eingliederung der Flüchtlinge in Deutschland gelingen wird. Dass die Integration funktioniert, erwarten 41 Prozent. Die meisten Befragten (54 Prozent) sind auch der Meinung, dass Deutschland den Zuzug der vielen Flüchtlinge nicht verkraften kann. Allerdings waren dies Ende Januar mit 57 Prozent noch etwas mehr gewesen. Für das Politbarometer wurden von Dienstag bis Donnerstag von der Forschungsgruppe Wahlen 1289 Wahlberechtigte befragt.

(xity, AFP)