27.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> PKK entschuldigt sich für drastische Protestaktionen

PKK entschuldigt sich für drastische Protestaktionen

Taten wie in 90er Jahren sollen "nie wieder passieren"

Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat sich für drastische Protestaktionen in Deutschland in den 1990er Jahren entschuldigt.

Berlin - "Ich möchte mich im Namen der PKK beim deutschen Volk entschuldigen. So etwas wird nie wieder passieren", sagte der operative Führer der PKK, Cemil Bayik, in einem Interview mit dem WDR und dem NDR. Damit nahm er Bezug auf Aktionen wie Autobahn-Blockaden und Selbstverbrennungen, mit denen die PKK in den 90er Jahren in Deutschland auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Seine Organisation strebe nach den langjährigen Auseinandersetzungen mit der Türkei inzwischen keinen eigenen Staat mehr an, sondern eine politische Lösung, sagte Bayik. "Wir möchten nicht mehr gegen die Türkei kämpfen. Wir sagen: Es reicht mit dem Kämpfen." Schließlich habe weder die PKK noch der türkische Staat durch die gewaltsame Auseinandersetzung ihre jeweiligen Ziele erreicht, fügte Bayik hinzu. Das Interview fand laut WDR und NDR unter konspirativen Umständen im nordirakischen Kandilgebirge statt, wo die PKK vor allem gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat kämpft.

In Deutschland und der Europäischen Union wird die PKK als Terrororganisation eingestuft, deren Unterstützung bestraft werden kann. Wegen des Engagements der Kurdenorganisation gegen den IS und der Äußerungen der PKK-Führung hält der außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, eine Neubewertung für denkbar. "Diese Aussagen sind eine neue Tonlage und sie bieten durchaus auch die Chance zu einer Neubewertung, wenn die PKK glaubhaft und nachprüfbar dauerhaft auf Gewalt verzichtet", sagte der SPD-Fraktionsvize gegenüber WDR und NDR.

(xity, AFP)


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