Pinguine gewinnen dramatisches Spiel

Ice Tigers aus Nürnberg verlieren mit 5:3

Zum zehnten Spieltag der DEL-Saison 14/15 standen die Krefeld Pinguine am Sonntag, 12. Oktober 2014, den Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg gegenüber.

Krefeld - Vor 4.241 Zuschauern war es das Duell des Achten gegen den Fünften der Tabelle. Beide Teams – sie trennten vor der Partie nur zwei Zähler – gingen mit reichlich Selbstvertrauen in die Begegnung. Während nämlich die Gäste am Freitag im Heimspiel gegen Wolfsburg siegreich waren, konnten die Schwarz-Gelben einen Zu-Null-Erfolg in Köln feiern.

Personell gab es nur leichte Entspannung zu vermelden. Immerhin kehrte Topverteidiger David Fischer nach überstandener Handverletzung in den Kader zurück. Meyers, Mebus, Méthot, Orendorz und Beechey fehlten weiterhin. Im Tor bekam erneut Tomás Duba nach zuletzt überragenden Leistungen den Vorzug. Anders die Gäste, bei denen Andreas Jenike und nicht Nationaltorwart Reimer von Beginn an auflief. Die Pinguine waren in dieser erneut wichtigen Partie natürlich bestrebt, den Schwung aus zuletzt zwei Siegen zu nutzen und den ersten "Sechser“ der Saison einzufahren und nicht zuletzt in der Tabelle an Nürnberg vorbei zu ziehen.

Von Beginn an entwickelte sich ein schnelles, ausgeglichenes Spiel, in dem beide Teams ihr Heil durchaus in der Offensive suchten, allerdings auch in der eigenen Zone gut standen, so dass zwar Chancen da waren, ganz klare Situation aber zunächst nicht zu Stande kamen. In der 6. Minute allerdings war es St. Pierre, der einen Pass im gegnerischen Drittel abfing und frei zum Schuss kam. Jenike aber war mit etwas Mühe zur Stelle. Gut eine Minute später war es dann auf der anderen Seite Topscorer Reinprecht, der über Halblinks allein durchging, im Abschluss allerdings knapp verzog. Eine weitere Minute später mussten die Schwarz-gelben erstmals in Unterzahl agieren, als Fischer die erste Strafe des Spiels bekam. Die Ice Tigers zogen ein druckvolles Powerplay auf, doch mit harter Arbeit konnten die Hausherren die gefährliche Phase überstehen.

Kaum war man komplett, da eroberte in der 11. Minute Perrault mit einem schönen Forecheck die Scheibe und zog von hinter der Torlinie in Richtung Tor. Dabei sah er den eingerückten Supis, den er mustergültig bediente. Der junge Verteidiger zog sofort ab und traf mit seinem zweiten DEL-Treffer zur Führung. Vier Minuten später fing Fischer einen Querpass im Mitteldrittel ab und bediente Schymainski, der mit Courchaine gegen einen Verteidiger auf und davon ging, dann aber nur per Rückhand zum Schuss kam, so dass Jenike parieren konnte. Eine weitere Minute später zunächst die Chance der Pinguine, als Weihager knallhart abzog und nur knapp verpasste.

Die zurückspringende Scheibe kam aber genau in den Lauf von Locke, der nun seinerseits bei einem 2 auf 1 am stark reagierenden Duba scheiterte. Keine Minute später zog Ehliz verdeckt ab – doch Dubas Fanghand schnellte heraus und pflückte das Hartgummi wie eine lästige Fliege weg. Dennoch, der Gast war jetzt besser im Spiel, konnte aber Duba ein ums andere Mal nicht überwinden. Im Gegenteil! 21 Sekunden vor der Pause setzten die Pinguine den Konter. Einen Schuss von Pietta konnte Jenike noch abwehren, war dann aber gegen den Nachschuss von St. Pierre machtlos. So ging es mit einem Zwischenstand von 2:0 in die erste Pause.

Vierzig Sekunden waren im zweiten Abschnitt absolviert, da stand plötzlich Ehliz nach tollem Pass von Reinprecht frei und zog aus kurzer Distanz ab. Duba schien geschlagen, dann aber zuckte die Kelle heraus und lenkte die halbhohe Scheibe um den Pfosten! Sekunden später hatte der Tscheche das Glück des Tüchtigen, als eine Scheibe an das Gestänge klatschte. Die Pinguine antworteten in der 23. mit einem überragenden Wechsel, in dem erst Pietta, dann Schymainski und zweimal Courchaine überragende Gelegenheiten hatten.

Die Scheibe wollte aber einfach nicht über die Linie. In der 24. Musste man dann aber in Persona Long die zweite Strafzeit hinnehmen. Einmal mehr aber funktionierte das Penaltykilling überragend und ließ keinen Treffer zu. Gerade war man komplett, da fuhren die Schwarz-Gelben einen 3-auf-2-Konter. Driendl wurde wunderbar freigespielt und wollte abziehen, doch leider brach ihm der Stock, so dass Jenike sicher parieren konnte. Ein langer Pass in der 29. Minuten erreichte Sofron, der sich wunderbar durchsetzte und allein vor Jenike auftauchte. Obschon von hinten gefoult tanzte er den Keeper aus, scheiterte aber am Pfosten. Dennoch bekam er einen Penalty zugesprochen, doch leider versprang ihm die Scheibe, so dass er nicht verwandeln konnte. Die Pinguine kontrollierten jetzt aber das Spielgeschehen und setzten immer wieder Nadelstiche. So wie Hauner, der in der 30. nach toller Einzelaktion an Jenike scheiterte.

In derselben Minute war es der vierte Block, der die erste Überzahl der Partie herausholte. Es traf Joslin. Die in dieser Saison starke Überzahlformation ging an die Arbeit und nutzte die Chance! Courchaine zog ab und Perrault fälschte unmittelbar vor Jenike unhaltbar zum 3:0 ab. Gut 34 Minuten waren absolviert, da bekam Pietta eine eher diskutable Strafzeit, die den Gast wieder ins Powerplay brachte. Starke Arbeit und ein hervorragender Duba verhinderten aber einmal mehr den Gegentreffer. Kaum komplett ging man selbst in die Offensive und Sofron holte mit starkem Forecheck die zweite Strafe der Gäste heraus. Man spielte ein druckvolles Powerplay und setzte sich praktisch die komplette Zeit im Drittel fest – allein der Abschluss wollte diesmal nicht gelingen. So ging es vor begeisterter Kulisse mit einem nicht unverdienten 3:0-Zwischenstand zur zweiten Pause.

Der letzte Abschnitt sah Pinguine, die vor allem darauf bedacht waren, defensiv keine Fehler zu machen und so den Sieg über die Zeit zu bringen. Entsprechend waren die Gäste feldüberlegen, ohne sich aber zunächst wirklich klare Einschusschancen herausarbeiten zu können. Und wenn doch etwas auf´s Tor kam war der erneut überragende Duba sicher zur Stelle. In der 48. Minute wurde es dann wieder interessant. Erst tauchte Reimer allein vor Duba auf.

Der Tscheche aber parierte mit etwas Glück. Im Gegenzug spielte Long plötzlich Perrault völlig frei. Der Kanadier zog ab und Jenike rutschte die Scheibe durch und lag vor dem leeren Tor. Leider kam kein Krefelder Stürmer rechtzeitig. Eine Zeigerumdrehung später scheiterte Courchaine bei einem 2-auf-1 knapp. Klubetanz schlug die Scheibe in höchster Not über die Bande und gab gab den Schwarz-Gelben so die dritte Überzahl der Partie. Zweimal hatte Long die Chance, scheiterte aber. Eine abprallende Scheibe sorgte dann für einen Konter von Jaspers, bei dem Long den Nürnberger foulte und so seinerseits eine Strafe bekam. Einmal mehr aber ließ man gegen das so starke Powerplay der Ice Tigers wenig zu und blieb unbezwungen.

In der 54. Minute war es dann aber doch so weit. Nach einem Konter der Pinguine schalteten die Gäste blitzschnell um und plötzlich stand Möchel völlig frei und brach Tomás Dubas Versuch, das Wochenende unbezwungen zu beenden, mit dem 3:1. Rund eine Minute später war es Long, der nach tollem Zuspiel von Perrault frei zum Schuss kam, aber knapp verfehlte. Eng wurde es dann noch einmal in der 56. Minute, als die Scheibe vor dem Krefelder Tor im Getümmel lag. Letztlich war es Nowak, der sie aufs Tor und über die Linie spitzeln konnte. Und es wurde noch schlimmer.

Sekunden später musste Duba einen Schuss von Locke prallen lassen und erneut war es Möchel, der das Hartgummi im Nachschuss über die Linie drückte. Rick Adduono nahm jetzt seine Auszeit und die hätte beinahe gefruchtet, denn plötzlich kam Fischer völlig frei zum Schuss, doch Jenike war mit dem Schoner zur Stelle. Zwei Minuten vor dem Ende tauchte plötzlich Reinprecht völlig frei vor Duba auf, doch der Teufelskerl im Kasten der Hausherren parierte.

Im Gegenzug setzte Schymainski wunderbar nach und eroberte die Scheibe. Pietta zog vor das Tor und passte aus der Drehung zurück auf "Schymi“, der die Scheibe zur erneuten Führung in die Maschen tropfen ließ! Natürlich ging jetzt Jenike direkt vom Eis und der Gast drängte auf den erneuten Ausgleich. 18 Sekunden vor der Schlusssirene bekam Vasiljevs noch eine Strafzeit, so dass man sich mit 4 Spielern den 6 Angreifern entgegen stemmen musste. Kretschmann aber gewann das Anspiel und legte auf St. Pierre, der von der Torlinie per Rückhand den Puck ins verwaiste Gästetor hob.

Damit holte man den ersten "Sechser“ der Saison, steht nun bei 16 Zählern und robbt damit an die Spitzengruppe der Liga heran! Am Freitag, 17. Oktober 2014, geht es nun nach Schwenningen, ehe am Sonntag, 19. Oktober 2014 die DEG zum großen Derby in den KönigPALST kommt.


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