17.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Pflegende Angehörige oft überfordert oder selbst krank

Pflegende Angehörige oft überfordert oder selbst krank

Große Belastung durch Schlafmangel und Existenzängste

Ein neuer Barmer-Report zeigt: Viele der rund zweieinhalb Millionen Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen, haben die Grenze der Belastbarkeit erreicht.

Berlin - Sie leiden unter Schlafmangel, sind überfordert oder werden selbst krank, wie der am Donnerstag veröffentlichte Barmer-Pflegereport zeigt. Nur ein Drittel aller Betroffenen geht arbeiten, jeder Vierte reduzierte seine Arbeit wegen der Pflege oder musste sie ganz aufgeben.

Für die vom Bremer Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang erstellte Studie wurden mehr als 1900 pflegende Angehörige befragt. Sieben von acht Hauptpflegepersonen (87,5 Prozent) kommen danach meistens oder immer gut mit der Pflege zurecht.

Mit der Versorgung der Angehörigen sind aber Belastungen verbunden, die auch krank machen können. Fast 40 Prozent der Befragten fehlt demnach Schlaf, 30 Prozent fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegende gefangen, und jedem Fünften ist die Pflege eigentlich zu anstrengend. Knapp jeder Fünfte hat zudem Zukunfts- und Existenzängste.

In der Konsequenz stehen 185.000 der rund zweieinhalb Millionen pflegenden Angehörigen kurz davor, diese Pflege einzustellen, wie aus dem Report weiter hervorgeht. Rund 164.000 wollen nur mit mehr Hilfe weiter pflegen, knapp ein Prozent will dies auf keinen Fall länger tun. Die Barmer warnte vor einer Zuspitzung des Pflegenotstands.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH