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Pflegekosten: Regierung dementiert Belastung von Kassen

Bericht: Kassen sollen Behandlungspflege übernehmen

Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Bericht dementiert, wonach die Regierung den Krankenkassen Kosten aus dem Pflegebereich zusätzlich aufbürden will.

Berlin - "Derzeit gibt es im Bundesgesundheitsministerium keine Überlegungen in diese Richtung", erklärte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, im Ministerium werde erwogen, den Kassen die sogenannte Behandlungspflege in Rechnung zu stellen, also die medizinische Betreuung von Pflegebedürftigen.

Zur Behandlungspflege zählen etwa das Messen des Blutdrucks, Wundversorgung oder Verbandswechsel. Bislang werden die Kosten dafür von etwa zwei Milliarden Euro, die vor allem in Heimen anfallen, von der Pflegeversicherung gezahlt. Hintergrund der angeblichen Überlegungen ist laut "SZ", dass die geplante nächste Stufe der Pflegereform, bei der es besonders um die stärkere Einbeziehung von Demenzkranken geht, mit voraussichtlich 3,5 Milliarden Euro etwa eine Milliarde Euro mehr kosten dürfte als bislang angenommen.

Daher werde im Ministerium nach zusätzlichen Finanzquellen gesucht, hieß es in der "SZ". Eine Verlagerung der Kosten auf die Krankenversicherung wäre jedoch politisch heikel, da Mehrkosten dort, anders als bei der paritätisch finanzierten Pflegeversicherung, von den Arbeitnehmern allein getragen werden müssten. Auch verfügen die Krankenkassen zwar derzeit über beträchtliche finanzielle Überschüsse, doch dürfte sich ihre Finanzlage nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren wieder deutlich verschlechtern.

(xity, AFP)


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