25.03.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Pegida-Unterstützer und -Gegner sammeln sich

Pegida-Unterstützer und -Gegner sammeln sich

Bündnis will in Dresden 30.000 Menschen anlocken

In mehreren deutschen Städten sammeln sich zur Stunde Unterstützer und Gegner der Pegida-Bewegung.

Dresden - Die Polizei in Dresden berichtet von etwa 800 Teilnehmern an einer Veranstaltung gegen Pegida, in Bonn zählte die Polizei kurz vor Beginn einer Protestveranstaltung gegen die dortige islamfeindliche Bogida-Bewegung rund 400 Teilnehmer. Der Zulauf zu den Pegida- und Bogida-Veranstaltung ist noch unklar, da diese erst später beginnen sollen.

Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Ihren Schwerpunkt hat die Bewegung in Dresden, wo in den vergangenen Wochen tausende Menschen an Kundgebungen teilnahmen. Auf ihrer Facebook-Seite gaben die Dresdner Pegida-Organisatoren das Ziel aus, 30.000 Menschen für die als gemeinsames Weihnachtsliedersingen bezeichnete Veranstaltung auf dem Theaterplatz vor der Semperoper zu sammeln.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von einem starken Zustrom zu der Veranstaltung. Die Verantwortlichen der Semperoper protestierten mit Fahnen gegen das Singen der Pegida-Teilnehmer. Auf vier Flaggen an den Fahnenmasten der Oper stand als Mahnung an die Teilnehmer "Augen auf", "Herzen auf", "Türen auf" und "Die Würde des Menschen ist unantastbar".

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) forderte angesichts der Bewegung einen neuen "Aufstand der Anständigen". In einem Gespräch mit dem Magazin "Couragiert" erinnerte Schröder an den von ihm im Jahr 2000 nach dem Brandanschlag auf eine Düsseldorfer Synagoge geforderten "Aufstand der Anständigen".

"So etwas wie der ´Aufstand der Anständigen´ könnte wieder eine richtige Antwort sein, in Berlin haben damals 200.000 Menschen gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus protestiert, und selbstverständlich sind Bundespräsident und Bundeskanzler vorne weg marschiert", sagte Schröder. "So eine öffentliche Reaktion brauchen wir auch jetzt."

Der neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, kritisiert das Pegida-Bündnis ebenfalls. "Der Begriff Abendland wird leider oft als Kampfbegriff missbraucht, um sich von anderen Menschen, anderen Religionen und anderen Kulturen abzugrenzen", sagte Bedford-Strohm der Berliner "tageszeitung". "Wenn die sogenannte christliche Abendlandkultur benutzt wird, um ausländerfeindliche, rassistische und menschenverachtende Parolen zu unterfüttern, ist das das genaue Gegenteil von Christentum."

(xity, AFP)


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