19.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Patenschaften für denkmalwürdige Grabstätten

Patenschaften für denkmalwürdige Grabstätten

Grabstätte der Familie Biederbick restauriert

Der Fachbereich Grünflächen bietet seit einiger Zeit für ausgewählte Gräber auf den Friedhöfen Grabmalpatenschaften an.

Krefeld - Ziel des Projektes ist es, Paten für denkmalwürdige Grabstätten zu gewinnen. Mit der Patenschaft übernimmt der Pate die Pflege der Grabstätte, vornehmlich des Grabsteins. Auch in zahlreichen anderen Städten läuft dieses Projekt bereits erfolgreich.

"Zusammen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde sind wir über die Friedhöfe gegangen und haben festgestellt, dass es zahlreiche Grabstätten gibt, die seit Jahren nicht mehr gepflegt werden, deren Erscheinungsbild aber besonders erhaltungswürdig ist", schildert Heike Blondin, Abteilungsleiterin Friedhöfe, die Idee hinter dem Projekt. Möglich wird eine Grabmalpatenschaft immer dann, wenn die Ruhezeit des Grabes abgelaufen und nicht verlängert wurde. Blondin: "Der Pate erhält das Recht, sich und seine Familie hier begraben zu lassen, muss er aber nicht. Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, kann dies auch tun, ohne dort später begraben zu werden. Das können also auch Kunst- und Kulturinteressierte sein, die einfach nur eine schöne Grabstätte pflegen möchten." Da das Denkmal im Besitz der Stadt Krefeld bleibt, können die Kosten, die bei der Reinigung, Wiederbefestigung oder Restauration des Grabmals entstehen, als Spende geltend gemacht werden.

Friedhofsverwaltung und Denkmalbehörde sind alleine auf dem Hauptfriedhof auf eine dreistellige Zahl an Grabstellen gekommen, die für eine Patenschaft infrage kämen. "Da ist für jeden etwas dabei, auch für den etwas schlankeren Geldbeutel. Eine solche Patenschaft muss nicht teuer sein", sagt Veit Berroth vom Denkmalschutz. Er freut sich, dass es nun wieder gelungen ist, ein Grabmal im Rahmen des Projekts herzurichten: Das der Familie Biederbick auf dem Hauptfriedhof, über die ansonsten nichts bekannt ist. Der Grabstein im Jugendstil ist voll von Symbolsprache. "Die schlafende Frau ist umgeben von Engelsflügeln und Mohnkapseln. Die Flügel stehen für die Auffahrt in den Himmel, die Mohnkapseln sollen den Schlaf darstellen, den Bruder des Todes. Die Bibel und das Kreuz symbolisieren den Glauben der Bestatteten", so Berroth. Um dies zu unterstreichen, steht eine Textstelle aus dem Johannes-Evangelium geschrieben: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben ob er gleich stürbe."

Berta Biederbick, gestorben 1908, die Eheleute Andreas Biederbick, Anneliese Biederbick, gestorben 1930, und Luise de Fries, geborene Biederbick, gestorben 1908, liegen hier begraben. Der Grabstein war an einige Stellen arg verwittert und von Ruß bedeckt, an einigen Stellen bröselte der Savonnieres, ein Kalkstein aus Lotringen. Eine ehemalige Umzäunung fehlte, Blumen oder sonstige gartengestalterische Elemente waren einer bloßen Rasenfläche gewichen. Eine Patin, die nicht erwähnt werden möchte, konnte für die Patenschaft an diesem Grab gewonnen werden. Steinmetz Manfred Messing und Gärtner Stefan Brammen machten sich so dann an die Arbeit. ?Die Rußschicht war härter als der Stein. Wir mussten mit einem Niederdruck-Wirbelstromverfahren mit Asilit-Granulat reinigen, haben schadhafte Fugen geöffnet und mit Trasskalkmörtel verfüllt. Die stark verwitterte Sitzbank haben wir ausgebaut und durch eine neue, aus Savonnieres-Kalkstein gefertigte, ersetzt?, schildert Messing. Auf die Umzäunung wurde verzichtet, da nicht klar war, wie diese im Ur-Zustand ausgesehen hat. Brammen hat neben gehäckseltem Rindenmulch Schneeheide gepflanzt, ein Wunsch der Patin, die sich nun auch um die Pflege kümmert.

Sollte sie sich entscheiden, diese Grabstätte, als ihre eigene zu nutzen, kämen die üblichen, nach der Friedhofssatzung festgeschriebenen, Gebühren auf sie zu. Ihr Name könnte dann auf einem zusätzlichen Stein stehen, die Namen der Biederbicks würden bestehen bleiben, was eine der Voraussetzungen einer Patenschaft ist. Interessierte können sich bei Heike Blondin vom Zentralen Friedhofsdienst per Telefon 02151 864455 oder per E-Mail: Heike.Blondin@Krefeld.de melden.


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