25.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ostrenten bei rund 92 Prozent des Westwertes

Ostrenten bei rund 92 Prozent des Westwertes

Weg bis zur völligen Angleichung noch weit

25 Jahre nach dem Mauerfall haben sich die Bezüge der rund vier Millionen Ostrentner dem Niveau im Westen angenähert, es aber noch nicht erreicht.

Berlin - Der aktuelle Rentenwert Ost liege inzwischen bei rund 92 Prozent des entsprechenden Westwertes, sagte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV), Axel Reimann, in Würzburg. Bei Beginn der Rentenüberleitung 1992 habe der Ostwert bei nur 62 Prozent gelegen.

In diesem Jahr waren die Ostrenten um 2,53 Prozent erhöht worden, bei den Westrenten waren es 1,67 Prozent. 2013 waren die Renten im Osten sogar um 3,29 Prozent gestiegen, die Westrenten nur um 0,25 Prozent. Für das kommende Jahr rechnet die Rentenversicherung damit, dass die Bezüge im Osten wie im Westen zwischen einem und zwei Prozent ansteigen.

Reimann verwies darauf, dass sich der Rentenwert Ost dem Westwert bereits stärker angenähert habe als es bei den Durchschnittslöhnen der Fall sei. Bei den Löhnen betrage die Lücke mehr als 15 Prozent, die sich zudem in den vergangenen Jahren kaum mehr verringert habe, sagte der DRV-Präsident.

Angesichts des nach wie vor unterschiedlichen Lohnniveaus sei nicht zu erwarten, dass sich die Unterschiede in der Rentenhöhe "quasi automatisch" aufheben werden, sagte Reimann. Es liege nun an der Politik, zunächst ein klares Ziel für die vollständige Rentenangleichung festzulegen.

Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart: "Zum Ende des Solidarpakts, also 30 Jahre nach Herstellung der Einheit Deutschlands, wenn die Lohn- und Gehaltsangleichung weiter fortgeschritten sein wird, erfolgt in einem letzten Schritt die vollständige Angleichung der Rentenwerte." Zum 1. Juli 2016 soll demnach zunächst geprüft werden, wie der Stand des Angleichungsprozesses ist, und auf dieser Grundlage eventuell mit Wirkung ab 2017 eine Teilangleichung erfolgen.

Reimann sagte, es bleibe dabei die Frage offen, ob das Jahr 2020, wenn der Solidarpakt ausgelaufen ist, tatsächlich schon der endgültige Zeitpunkt für die Zusammenführung der Rentenwerte sein soll. Er gehe eher davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt der konkrete Weg für die Zusammenführung beschrieben werde. Der DRV-Präsident sagte, anstatt relativ große Anpassungsschritte binnen weniger Jahre vorzunehmen, spreche einiges für ein gleitendes Verfahren. Wichtig sei, dass die Angleichung für die Rentner und Beitragszahler in Ost und West gleichermaßen akzeptabel sei, so Reimann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Sommer in einem Interview eine Angleichung der ostdeutschen Renten an das Westniveau bis spätestens 2020 zugesichert. Bis 2017 wolle die Bundesregierung ein Gesetz beschließen, "das den Fahrplan zur vollständigen Angleichung der Rentenwerte in Ost und West festschreibt", sagte sie.

(xity, AFP)


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