Osnabrücker Mers-Patient weiter in Lebensgefahr

Tourist hatte sich in Arabien angesteckt

Ein am Mers-Virus erkrankter Mann in Osnabrück schwebt laut Klinik weiterhin in Lebensgefahr.

Osnabrück - Er sei in einem "kritischen Zustand" und müsse unter anderem wegen Lungenschäden künstlich beatmet werden, sagte ein Kliniksprecher in der niedersächsischen Stadt.

Das Mers-Coronavirus ist ein seit 2012 bekannter Erreger, der Atemwegsinfektionen auslöst. Es ist vor allem auf der arabischen Halbinsel verbreitet. Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen. In schweren Fällen kommt es zu Lungenentzündungen und teilweise auch Nierenversagen.

Bei dem Patienten handelt es sich nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums um einen 65-Jährigen, der Anfang Februar von einer Urlaubsreise aus Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückgekehrt war. Es ist das dritte Mal, das Mers in Deutschland auftrat. Ein früherer Patient starb, einer wurde wieder gesund. Auch in zahlreichen anderen Ländern Europas gab es bereits Patienten mit Mers-Infektionen. Alle infizierten sich auf Reise in die betroffene Region.

Als natürliche Wirte des Erregers gelten Dromedare. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei sehr engem Kontakt möglich. Der Osnabrücker Patient wird daher nach Angaben des Krankenhaussprechers isoliert behandelt. Das medizinische Personal und Menschen aus dem persönlichen Umfeld des Mannes würden auf Mers-Infektionen getestet. Die ersten 14 Überprüfungen seien negativ gewesen. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht den Behörden zufolge nicht.

(xity, AFP)