17.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Opposition: Weitere Spionagefälle in Deutschland denkbar

Opposition: Weitere Spionagefälle in Deutschland denkbar

Bundestagsinnenausschuss berät mit Geheimdienstchefs

Die Affäre um US-Spionage in Deutschland ist möglicherweise noch umfangreicher als bisher angenommen.

Berlin - Nach den Beratungen des Bundestags-Innenausschusses zur US-Spionageaffäre hält die Opposition weitere Fälle des Geheimnisverrats in Deutschland für plausibel. Es scheine offenbar andere Agenten jenseits der beiden bekannten Verdachtsfälle zu geben, sagte der Grünen-Vertreter im Ausschuss, Konstantin von Notz, nach der Sitzung in Berlin. Berichte, dass es rund zwölf Spione der USA bei deutschen Regierungsstellen gebe, seien bei den Beratungen mit den deutschen Geheimdienstchefs weder bestätigt noch dementiert worden, sagten von Notz und sein Linken-Kollege Jan Korte.

Nach den Angaben von Notz´ brachte die Sitzung durchaus neue Erkenntnisse, es sei aber "nichts Spektakuläres". Korte kritisierte, dass die gut zweistündigen Beratungen größtenteils als geheim eingestuft wurden und die Öffentlichkeit deshalb nicht darüber informiert werden durfte.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen je einen Mitarbeiter von Bundesnachrichtendienst und Verteidigungsministerium wegen des Verdachts auf Spionage für die USA. Die Bundesregierung hatte als Konsequenz aus den jüngsten Spionagefällen den US-Geheimdienstvertreter in der vergangenen Woche zum Verlassen Deutschlands aufgefordert. Von Vertretern des Innenausschusses wurde die Erwartung geäußert, dass die USA der Aufforderung der Regierung nachkommen und den Diplomaten abziehen.

(xity, AFP)


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