Oppermann will nach Frauenquote Entgeltgleichheitsgesetz

SPD will bereits vereinbarte Reform vorantreiben

Nach der Verabschiedung der Frauenquote im Bundestag dringt die SPD darauf, nun auch das sogenannte Entgeltgleichheitsgesetz zu beschließen.

Berlin - Wenn "Frauen bei gleicher Arbeit im Großen und Ganzen 22 Prozent im Durchschnitt in Deutschland weniger verdienen als Männer, dann ist das doch kein Zustand, mit dem man sich abfinden kann", sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann im ARD-"Bericht aus Berlin". Seine Partei wolle dies jedenfalls ändern und werde "das in geeigneter Weise auf den Weg bringen".

Oppermann erinnerte daran, dass das Entgeltgleichheitsgesetz im Koalitionsvertrag mit der Union vereinbart sei. "Das wird kommen, da bin ich ganz sicher", fügte der SPD-Politiker hinzu.

Die Frauenquote in Unternehmen war nach jahrelanger zäher Debatte am Freitag mit den Stimmen der großen Koalition verabschiedet worden. Die Vorgabe betrifft konkret 108 Großunternehmen mit Börsennotierung und voller Mitbestimmung, die den Frauenanteil in ihren Aufsichtsräten ab 2016 sukzessive auf 30 Prozent aufstocken müssen. Findet ein solches Unternehmen keine Frau für einen frei werdenden Posten im Aufsichtsrat, bleibt der Stuhl zur Strafe leer. Mittelgroße Unternehmen müssen eigene Zielvorgaben für die Postenvergabe an Frauen in Spitzenpositionen aufstellen und veröffentlichen. Auch öffentliche Unternehmen müssen ab 2016 eine Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten einhalten.

Oppermanns Stellvertreterin Carola Reimann hatte im Januar in einem Interview mit der "Rheinischen Post" gesagt, die große Koalition wolle ein Entgeltgleichheitsgesetz "in der zweiten Jahreshälfte durch den Bundestag bringen, so dass es 2016 in Kraft treten kann". Die Reform solle große Unternehmen ab 500 Mitarbeitern dazu verpflichten, Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern offenzulegen.

(xity, AFP)