26.06.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Oppermann fordert eine Frau in einer der beiden SPD-Führungspositionen

Oppermann fordert eine Frau in einer der beiden SPD-Führungspositionen

Bundestagsvizepräsident: Neuer Parteivorsitz erst in zwei bis drei Monaten

Nach dem Rückzug von Andrea Nahles fordert Bundestagsvizepräsident Oppermann, einen der beiden Führungsposten mit einer Frau zu besetzen.

Berlin - "Ich glaube, dass eine der beiden Führungspositionen mit einer Frau besetzt werden muss", sagte Oppermann am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Über den Fraktionsvorsitz wolle die SPD noch vor der Sommerpause entscheiden - zunächst werde es einen kommissarischen Fraktionschef geben. Im Gespräch für den kommissarischen Posten ist der bisherige Fraktionsvize Rolf Mützenich, Nahles' dienstältester Stellvertreter.

Bei der Neubesetzung des Parteivorsitzes werde es hingegen "länger dauern", sagte Oppermann weiter. "Es wird wahrscheinlich mehrere Kandidaten geben", diese müssten sich dann den Parteigliederungen vorstellen. "In den nächsten zwei, drei Monaten" werde die SPD wahrscheinlich noch keinen neuen Parteivorsitz haben, dies sei "keine gute Situation insgesamt", räumte der frühere SPD-Fraktionschef ein.

Oppermann forderte die Sozialdemokraten auf, "jetzt schnell Kraft" zu mobilisieren und Geschlossenheit zu finden. "Wir müssen uns einmischen in Auseinandersetzungen, und dafür brauchen wir möglichst bald eine neue Führung" - diese brauche dann auch die Unterstützung und mehr Solidarität der ganzen Partei.

Der SPD-Politiker übte auch Kritik an der eigenen Partei: Es komme beim Wähler "auf gar keinen Fall an", wenn sich die SPD überwiegend mit sich selbst beschäftige. Die Sozialdemokraten hätten "eine gewisse Tendenz zu autoaggressivem Verhalten", sagte Oppermann.

Zur Frage nach dem Fortbestand der großen Koalition mit CDU und CSU sagte der SPD-Abgeordnete, ob diese Weihnachten noch bestehe, hänge davon ab, "ob es gelingt, in den nächsten Wochen und Monaten entscheidende Fragen zu klären". Dabei nannte er die Themen Klimaschutzgesetz und Mindestrente. Hier müssten "überzeugende Lösungen" gefunden werden, denn Klimaschutz und sozialer Zusammenhalt seien "ganz entscheidende Themen" in diesem Land.

Derweil bekräftigte der SPD-Landesvorstand von Sachsen-Anhalt die Forderung, den eigentlich für Dezember geplanten Bundesparteitag auf einen Termin vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland vorzuziehen. Dieser Parteitag solle dann den gesamten Parteivorstand neu wählen, die verabredete Zwischenbilanz der großen Koalition ziehen und über den Verbleib in der GroKo entscheiden, hieß es in einer am Montag verbreiteten Erklärung.

Im Herbst stehen wichtige Landtagswahlen im Osten an: Anfang September wird in Brandenburg und Sachsen gewählt, Ende Oktober in Thüringen.

(xity, AFP)


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