Oper und Ballett am Rhein im April

Programmhighlights in Düsseldorf und Duisburg

Der Spielplan von Oper und Ballett am Rhein zeichnet sich im März durch einen Mix aus Premieren und Wiederaufführungen aus.

Düsseldorf - Mit "Carmen Flamenco" ist - zu Ostern - vom 31. März bis zum 5. April 2015 eines der sinnlichsten und leidenschaftlichsten Bühnenwerke als Gastspiel im Theater Duisburg zu erleben. Bizets Meisterwerk in der weltweit gefeierten Inszenierung des Ballet Teatro Español de Rafael Aguilar begeisterte in den letzten Jahren unter anderem in Paris, Berlin, Rom, Athen, Sydney, Peking, Taipeh und in weiten Teilen Chinas.

Verdis "Rigoletto" in der Inszenierung von David Hermann steht am 10. und 18. April 2015 wieder auf dem Spielplan des Opernhauses Düsseldorf. Nach der Vorlage von Victor Hugos "Le Roi s'amuse" schuf Verdi ein musikalisches Drama, in dessen Mittelpunkt ein Vater durch übergroße Sorge um seine Tochter ungewollt deren Unglück herbeiführt. In beiden Vorstellungen sind Olesya Golovneva als Gilda und Boris Statsenko als Rigoletto zu erleben, beide wurden als Premierenbesetzung in der Spielzeit 2009/10 von Publikum und Presse gefeiert.

Richard Wagners "Lohengrin" kommt ab dem 11. April 2015 auf die Bühne des Theaters Duisburg. Lohengrins Auftrag, Recht und Gerechtigkeit gegen dumpfen Nationalismus durchzusetzen, scheitert wie die 1848er-Revolution, die Wagner zur Flucht aus seiner Heimat zwang. Es scheitert auch Lohengrins Liebe zu Elsa, die sich nicht damit abfinden kann, weder den Namen noch die Herkunft ihres Geliebten zu kennen. Nach Henzes "Phaedra" und Strawinskys "The Rake's Progress" haben sich Sabine Hartmannshenn und ihr Team der Aufgabe gestellt, allem Frageverbot zum Trotz den Wagnerschen "Lohengrin"-Mythos in seinen tieferen Sinnschichten auszuloten und dessen Tragfähigkeit bis in unsere Gegenwart zu prüfen. Zu erleben sind Corby Welch in der Titelrolle, Hans-Peter König als Heinrich der Vogeler und Simon Neal als Friedrich von Telramund. Sylvia Hamvasi singt alternierend mit Manuela Uhl die Elsa von Brabant, Alexandra Petersamer sowie Heike Wessels sind in der Rolle der Ortrud zu erleben.

In Anlehnung an das Ballettprogramm b.23, bei dem unter anderem das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms zu erleben ist (zur Choreographie "Rättika" von Mats Ek), geben am Sonntag, den 12. April 2015, um 11.00 Uhr, Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker ein Foyerkonzert im Opernhaus Düsseldorf mit Werken von Brahms und Klughardt. Brahms' von blühender Melodik geprägtes Streichsextett op. 18 trifft auf seine "Liebesliederwalzer", die auf berührende Weise von Liebe, Sehnsucht und Lust, Leid, Zorn und Spott singen. Eine Rarität sind Klughardts "Schilflieder", der wie Brahms in Schumann einen wichtigen Mentor hatte, später aber zu den "Neudeutschen" um Liszt und Wagner zählte. Für die gesangliche Interpretation sorgen Anke Krabbe, Marta Márquez, Cornel Frey und Torben Jürgens.

Den dritten Meisterkurs für den neuen Jahrgang des Opernstudios leitet mit David Syrus einer der wichtigsten Coaches und Liedbegleiter unserer Zeit. Der Studienleiter der Royal Opera Covent Garden London arbeitet mit den Opernstudiomitgliedern vor allem an der Gestaltung von Rezitativen und Arien. Gastgeber ist am Sonntag, 19. April 2015, um 18.30 Uhr, die WGZ Bank (Ludwig-Erhard-Allee 20, 40227 Düsseldorf), deren festlicher Saal ein ideales Ambiente für das moderierte Abschlusskonzert bietet.

Es war ein wahrer Theaterrausch, der die Zuschauer der acht ausverkauften Aufführungen von Georg Friedrich Händels "Xerxes" zu Beginn des Jahres 2013 ergriffen hatte. Am 22. April 2015, um 19.00 Uhr, kehrt er wieder, der liebestolle Perserkönig in Gestalt des phänomenalen Countertenors Valer Sabadus, um gemeinsam mit nicht minder virtuos singenden und agierenden Primadonnen und Rivalen Stefan Herheims opulente "Xerxes"-Inszenierung wieder aufleben zu lassen. Nicht nur Valer Sabadus kommt auf die Düsseldorfer Bühne zurück - die komplette Erfolgsbesetzung konnte für die Neuauflage des barocken Spektakels gewonnen werden: Als Arsamene ist Terry Wey zu erleben, als Amastre Katarina Bradic, Torben Jürgens singt und spielt Ariodate, Heidi Elisabeth Meier ist Romilda, Anke Krabbe ist Atalanta und Hagen Matzeit ist als Elviro zu erleben. Darüber hinaus tragen der Chor der Deutschen Oper am Rhein und die Neue Düsseldorfer Hofmusik unter der Leitung von Konrad Junghänel zum Erfolg der Inszenierung bei. Eine "barocke Muppet-Show" nennt der norwegische Regisseur sein Bühnenspektakel, das mit der berühmten Xerxes-Arie "Ombra mai fu" beginnt und nach einem verwirrenden Liebes- und Intrigenspiel mit der Einsicht endet, dass das Leben ein Theater ist, in dem man sich seine Rolle nicht immer aussuchen kann.