Olympia-Qualifikation im Tischtennis

Erste Chance für Düsseldorfer Profis

Durch das schwedische Halmstad weht ab heute ein Hauch von Olympia. Fünf Tage lang werden in den für das von Anschlägen erschütterte Istanbul eingesprungenen Ersatz-Austragungsort die europäischen Teilnehmer für das olympische Tischtennis-Event ermittelt.

Düsseldorf - Von Borussia Düsseldorf sind Timo Boll und Panagiotis Gionis dabei, Kamal Achanta spielt das Qualifikationsturnier für den asiatischen Bereich ab Mittwoch in Hong Kong.

In Halmstad gehören Boll und Gionis zu den besten 16 Spielern, die sich den langen Weg durch die Gruppenphase ersparen dürfen und erst am Donnerstag in Stufe 2 einsteigen. Zu diesem Zeitpunkt werden noch 64 Akteure im Wettbewerb sein, die sich Hoffnungen auf eines der zehn Rio-Tickets machen können. Sicher bei den Sommerspielen dabei ist bislang nur Dimitrij Ovtcharov als Sieger der European Games 2015.

Die 64 Teilnehmer der Stufe 2 werden dann in acht Gruppen mit je acht Spielern aufgeteilt und spielen jeweils im KO-System Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel. Die acht Sieger sind dann direkt für die Olympischen Spiele qualifiziert, während die 56 zuvor Unterlegenen in einer weiteren Stufe um zwei weitere Plätze in Rio spielen. Die Spieler werden in zwei 32er KO-Felder (mit jeweils vier Freilosen) gelost, deren jeweiliger Sieger sich dann ebenfalls auf unvergessliche Wochen in Brasilien freuen darf.

Neben Boll wurde für Deutschland Bastian Steger nominiert. Aufgrund der Direktqualifikation von Ovtcharov kann der Deutsche Tischtennis-Bund nur zwei statt möglicher drei Spieler in die Halmsted Arena schicken.

Im Queen Elizabeth Stadium in Hong Kong werden elf Startplätze für asiatische Spieler vergeben. Zunächst ermitteln die Profis fünf Rio-Teilnehmer innerhalb der fünf Regionen Asiens (Ostasien, Südostasien, Südasien, Westasien, Zentralasien), ehe sich sechs weitere Sportler in einer zweiten Stufe das Olympia-Ticket sichern können. Kamal Achanta trifft in der ersten Qualifikationsrunde auf Spieler aus Bangladesch, Bhutan, den Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka. Setzt er sich durch, nimmt er nach Athen (2004) und Peking (2008) zum dritten Mal an Olympischen Spielen teil. Ansonsten bleibt ihm die Möglichkeit, sich über den beschwerlichen Weg der zweiten Stufe zu qualifizieren.

Aber auch wer die Qualifikation in Schweden und Hong Kong nicht schafft, hat gute Chancen, noch über die Weltranglistenposition bei den Olympischen Sommerspielen dabei zu sein.