Offenbar 75 deutsche Opfer bei Germanwings-Katastrophe

Bundesaußenministerium korrigiert Zahl nach oben

Unter den 150 Opfern des Germanwings-Absturzes in Frankreich befinden dutzende deutsche Staatsbürger. 

Berlin - Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich sind nach neuen Erkenntnissen des Auswärtigen Amts 75 Deutsche ums Leben gekommen und somit mehr als bisher angenommen. Bisher war das Ministerium von 72 deutschen Opfern ausgegangen. Diese Zahl hatte am Mittwoch auch Germanwings genannt.

"Nach Auswertung aller bisher beim Auswärtigen Amt vorliegenden Informationen gehen wir davon aus, dass sich unter den Opfern des Flugzeugabsturzes der Germanwings-Maschine 75 deutsche Staatsangehörige befanden", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin.

Wegen der Doppelstaater unter den Toten könne es zu Diskrepanzen zu den Angaben anderer Außenministerien kommen, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Aus Spanien kommen den Angaben zufolge mit 48 Toten die zweitmeisten Opfer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die neuen Erkenntnisse über den Absturz der Germanwings-Maschine als eine "schier unfassbare Dimension". Dass der Co-Pilot nach Erkenntnissen der Ermittler das Flugzeug bewusst zum Absturz gebracht habe, gehe "über jedes Vorstellungsvermögen hinaus", sagte Merkel. Damit werde "dieser Tragödie eine neue, schier unfassbare Dimension gegeben".

"Mich trifft diese Nachricht genau wie wohl die allermeisten Menschen", sagte Merkel weiter. Noch seien aber nicht alle Hintergründe bekannt. "Deshalb ist und bleibt es so wichtig, dass weiter ermittelt wird, dass jeder Aspekt weiter gründlich untersucht wird", fügte die Kanzlerin hinzu. "Die heutigen Nachrichten sind noch einmal eine fürchterliche Belastung für die Angehörigen der Opfer."

Die Abgeordneten des Bundestags gedachten der 150 Opfer des Flugzeugabsturzes in Frankreich. Zu Beginn der Plenarsitzung in Berlin erhoben sich die Parlamentarier zu einer Schweigeminute von ihren Sitzen. "Es ist eine menschliche Tragödie, die Deutschland, Spanien und Frankreich in Schock und Schmerz eint", sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

Ein Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings war am Dienstag auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Alle 150 Menschen an Bord starben. Neuesten Erkenntnissen zufolge hatte der Co-Pilot die Maschine absichtlich abstürzen lassen.

(xity, AFP)