19.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Özoguz will Doppelpass auch rückwirkend anbieten

Özoguz will Doppelpass auch rückwirkend anbieten

Integrationsbeauftragte: Auch Altfälle begünstigen

Von dem neuen Gesetz zur doppelten Staatsbürgerschaft sollen nach dem Willen der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung (SPD), Aydan Özoguz, auch solche Menschen profitieren, die sich bereits für eine Staatsangehörigkeit entscheiden mussten.

Berlin - "Einige tausend junge Menschen haben bereits einen Pass abgeben müssen, weil bei ihnen die Optionspflicht gegriffen hat und sie sich für eine Staatsangehörigkeit entscheiden mussten", sagte Özoguz der "Passauer Neuen Presse". Ihr Ziel sei es, dass auch diese Männer und Frauen rückwirkend beide Staatsangehörigkeiten bekommen könnten.

Von der neuen Regelung werden nach Einschätzung der SPD-Politikerin ab 2018 jährlich 40.000 junge Menschen profitieren. Das Innen- und das Justizministerium hatten am Donnerstag einen Kompromiss zum Doppelpass vorgelegt.

Dieser legt die Bedingungen fest, die in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern erfüllen müssen, um sowohl die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern als auch den deutschen Pass behalten zu können. Das ist dann möglich, wenn die Betroffenen bei Vollendung des 21. Lebensjahres acht Jahre in Deutschland gelebt oder sechs Jahre lang eine Schule besucht haben. Ein Schulabschluss beziehungsweise eine abgeschlossene Berufsausbildung reichen ebenfalls aus.

Bislang müssen sich viele in Deutschland geborene Kinder von Ausländern zwischen dem 18. und dem 23. Lebensjahr zwischen dem deutschen Pass und der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern entscheiden. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag auf eine Reform dieser Regelung verständigt; die Details waren aber lange zwischen SPD und Union strittig.

(xity, AFP)


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