Özoguz ruft in Prag zu Offenheit für Flüchtlinge auf

Flüchtlingsbeauftragte weist Argument der Überforderung zurück

Bei einem Besuch in Tschechien hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), Vorbehalte gegen die Aufnahme von Flüchtlingen kritisiert.

Berlin - Özoguz erinnerte am Donnerstag daran, dass Tschechien nach einem Beschluss des Europäischen Rats vom vergangenen Jahr lediglich 1500 Flüchtlinge aufnehmen müsse. "Ich denke nicht, dass wir von einer Überforderung reden können", erklärte sie anlässlich ihres Besuchs in Prag.

Özoguz appellierte an die europäische Solidarität: "Wenn wir als Europäische Union funktionieren wollen, müssen wir zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen." Europa müsse zusammenhalten. Die Tschechen wolle sie "ermuntern, selbstbewusster zu sein und die Aufnahme von Flüchtlingen auch als Chance zu sehen".

Mit ihrem Besuch in Prag will die SPD-Politikerin nach eigenen Worten Menschen ermuntern, sich für Flüchtlinge einzusetzen. "Nicht immer werden sie von der Gesellschaft unterstützt", erklärte Özoguz. Viele Einheimische hätten Angst vor Muslimen. "Ich will mit meinem Besuch auch zeigen, dass viele Ängste unbegründet sind."

In Tschechien wollte sich Özoguz unter anderem mit Außenminister Lubomir Zaoralek und Sozialministerin Michaela Morksova treffen. Tschechien zählt in der EU zu den Kritikern der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und steht der Aufnahme von Flüchtlingen sehr skeptisch gegenüber. Diese Haltung teilt das Land mit den anderen Staaten der so genannten Visegrad-Gruppe - Polen, Ungarn, Slowakei -, mit denen es sich eng abstimmt.

(xity, AFP)