Obama und Merkel beraten erneut über Ukraine-Krise

Auch Schuldenkrise in Griechenland Thema des Telefonats

Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama haben in einem Telefonat die Fortführung der Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise bekräftigt.

Berlin - Nach Angaben des Weißen Hauses waren sich Merkel und Obama bei dem Telefonat einig, dass es "keine Sanktionserleichterungen" geben werde, bis Russland "alle" Verpflichtungen der Minsker Abkommen erfülle. Nur mit einer "vollen und umgehenden Umsetzung" der Vereinbarung sei eine "dauerhafte und friedliche Lösung" zu erreichen.

In dem bewaffneten Konflikt zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen in der Ostukraine wurden nach Angaben der UNO seit dem Frühjahr 2014 bereits mehr als 6000 Menschen getötet. Die USA und die EU werfen Moskau vor, die Separatisten mit Ausrüstung und Soldaten zu unterstützen. Russland weist dies zurück.

Vergangenen Monat hatte eine Vermittlungsoffensive von Merkel und Frankreichs Staatschef François Hollande zu dem neuen Minsker Friedensfahrplan geführt, der unter anderem eine Waffenruhe und den Abzug schwerer Waffen von der Frontlinie vorsieht. Die Vereinbarung baut auf einem ersten Minsker Abkommen vom September auf, das die Kämpfe in der Ostukraine nicht eindämmen konnte.

Bei ihrem Telefonat besprachen Merkel und Obama auch die Schuldenkrise in Griechenland. Nach Angaben des Weißen Hauses diskutierten die beiden Spitzenpolitiker die "Bemühungen für eine pragmatische Einigung, die auf den jüngsten Reformen aufbaut, um (Griechenland) innerhalb der Eurozone zurück zu Wachstum zu führen".

(xity, AFP)