07.04.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> OB Thomas Geisel erntet Kritik für Gastbeitrag

OB Thomas Geisel erntet Kritik für Gastbeitrag

Zweifel an Corona-Kurs von Bund und Ländern

Risikogruppen schützen, aber gleichzeitig den Alltag wieder aufleben lassen: Für die Kritik am aktuellen Corona-Kurs von Bund und Ländern erntet das Stadtoberhaupt vielerorts Kritik.

Düsseldorf - Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) wendet sich gegen den harten Corona-Kurs von Bund und Ländern. "Man konnte fast den Eindruck bekommen, die Politik befindet sich im Wettstreit darüber, wer schneller zu noch drastischeren Maßnahmen greift", schrieb der Chef der Landeshauptstadt in einem Gastbeitrag für die Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Geisel sagte weiter: "Angst, bisweilen panische Angst vor dem Virus beherrscht vielerorts die Diskussion, insbesondere in den sozialen Medien. Ich bin überzeugt, es ist höchste Zeit, einmal innezuhalten, um darüber nachzudenken, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind."

Das Düsseldorfer Stadtoberhaupt befürchtet, dass Deutschland einen nahezu vollständigen Shutdown nicht lange überstehen könne. "Die wirtschaftlichen Folgen zeichnen sich schon heute ab", sagte Geisel. Die ersten Betriebe im Hotel- und Gaststättengewerbe hätten bereits Insolvenz angemeldet. Auch größere Unternehmen, so Geisel, würden einen monatelangen Stillstand des wirtschaftlichen Lebens kaum überstehen.

Die politische Verantwortung gebiete es, schon heute eine Strategie zu entwickeln, "wann und wie wir das öffentliche Leben in Deutschland wieder hochfahren", erläuterte Geisel. Es sei letztlich niemandem geholfen, auf unabsehbare Zeit alle in Quarantäne zu nehmen. Vielmehr sei es "solidarisch, die Alten und Schwachen ganz gezielt vor einer lebensgefährlichen Infektion mit dem Virus zu schützen".

Für diese AUssagen erntete das Düsseldorfer Stadtoberhaupt vielerorts Kritik. Allen voran Stephan Keller, aktueller OB-Kandidat der CDU, hält die Aussagen für "unverantwortlich". Auch aus den Reihen der Grünen und der FDP erheben sich Stimmen der Kritik. Es sei zu verfrüht eine solche Diskussion anzuregen und gefährlich die Maßnahmen von Bund und Ländern anzuzweifeln.


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