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OB schlägt Abriss der Waldschänke vor

Ergebnis nach fünf Monaten des Rundes Tisches

Oberbürgermeister Thomas Geisel schlägt dem Stadtrat für die Sitzung am 30. April den Abriss des maroden Gebäudes der "Waldschänke" in Vennhausen vor.

Düsseldorf - An dieser Stelle will die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft Wohnungsbau errichten mit barrierefreien Woh-nungen im Hauptgebäude und vier Reihenhäusern. Eine Bürgerinitiative hatte sich für den Erhalt des Gebäudes der früheren Gastwirtschaft "Waldschänke" eingesetzt. Die gastronomische Nutzung wurde 2011 aufgegeben. Seitdem steht das Gebäude leer und verfällt zunehmend. Die Bürgerinitiative hätte das Gebäude gern erhalten. Ein Hauptargument war, dass die Abrissgenehmigung negative Auswirkun-gen auf das erhaltenswürdige Ensemble der alten "Siedlung Freiheit" ha-ben könnte. Außerdem würde an dieser Stelle weiterhin gern ein sozialer Treff gesehen.

OB Geisel hatte im Herbst einem Beschluss der Bezirksvertretung gegen den Abriss widersprochen. Er nahm an mehreren Bürgerveranstaltungen vor Ort teil, ermöglichte Ortsbesichtigungen und richtete einen Runden Tisch im Rathaus ein, bei dem er die umfassende Überprüfung aller bis-herigen Entscheidungen und neuen Ideen zusagte. Dabei wurden auch alle Argumente der Bürgerinitiative, der Investoren und der politischen Vertreter überdacht. Beim 3. Treffen des Runden Tisches am Montag-abend legte Rechtsdezernent Dr. Stephan Keller dar, dass die Ermessensentscheidung des Oberbürgermeisters, zum Wohle der Stadt neuen Wohnungsbau zu errichten, rechtens sei und es gleichzeitig nach dem Bundesbaugesetz ausgeschlossen sei, dass der Abriss einen Präzedenzfall für die "Siedlung Freiheit" darstelle. Hier handele es sich um eine "Sonderimmobilie", nämlich das einzige Gebäude, das nicht dem Wohnen gewidmet war. Die historische Bedeutung der "Siedlung Freiheit" ist nach dem Gutachten mehrerer städtischer Ämter nicht gefährdet.

Am Runden Tisch wurde festgestellt, dass es im Quartier funktionieren-de soziale Treffs gebe, sowohl bei der Arbeiterwohlfahrt als auch beim benachbarten Tennisclub. Darüber hinaus wurde dargestellt, dass die Zustimmung des Tennisclubs vom 25. Oktober 2013 im Zusammenhang mit einer zu bauenden Lärmschutzwand weiterhin rechtlich Bestand habe. Der Wohnungsbau entstehe so wie damals dargestellt und genehmigt.

Die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft legte dar, dass der Abriss mit der Rissigkeit der Bodenplatte, anhaltender Feuchtigkeit der Wände, einem maroden Dachstuhl und Ungezieferbefall begründet sei. Ein Investor oder Gastronomiebetreiber für den überalterten Bau (von 1924) wurde in der fünfmonatigen Phase des Runden Tisches nicht bekannt. Die Verwaltung kam daher zu dem Ergebnis: "Ein tragfähiges Konzept, das ohne den Abriss der Bestandsgebäude auskäme, ist insgesamt nicht erkennbar. Bei anhaltendem Leerstand droht ein zunehmen-der Verfall mit allen negativen Konsequenzen."

Der Oberbürgermeister legt daher die Entscheidung zum Abriss der "Waldschänke" jetzt dem Stadtrat vor. Geisel bedankte sich beim Moderator Bruno Braun (Bund Deutscher Architekten) und den Mitwirkenden des Runden Tisches für die regen Diskussionen mit den Worten: "Es war lehrreich, es war der Mühe wert."


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