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NRW-Minister lässt alle SEK im Land inspizieren

Nach Mobbingvorwürfen zwölf Disziplinarverfahren

Nach Bekanntwerden der Misshandlungsvorwürfe gegen Elite-Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei Köln hat NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) vorsorglich eine Sonderinspektion sämtlicher SEK-Einheiten des Bundeslandes angekündigt.

Köln - "Mobbing und inakzeptable Aufnahmerituale darf es bei der NRW-Polizei nicht geben", stellte Jäger in Düsseldorf klar. Der Kölner Polizeipräsident leitete unterdessen nach Angaben des Landesinnenministeriums Disziplinarverfahren gegen elf Beamte des Kölner SEK und einen zwischenzeitlich zu einer anderen Behörde versetzten Beamten ein.

Gegen das Kölner SEK waren zuvor Vorwürfe wegen angeblich demütigender Aufnahmerituale laut geworden. Die Staatsanwaltschaft Köln prüft derzeit, ob dabei Straftaten begangen wurden. Wie regionale Medien am Dienstag übereinstimmend berichtet hatten, soll ein Polizist von Kollegen schikaniert und unter anderem gegen seinen Willen festgebunden worden sein.

Das SEK war zuvor bereits wegen Bildern aus einem Polizeihubschrauber in die Schlagzeilen geraten, die Polizisten angeblich bei einer Höhenübung auf dem Pylon einer Kölner Rheinbrücke zeigen. In Wahrheit sollen die Bilder jedoch aus privaten Gründen angefertigt worden sein. Auch dieser Fall wird von der Staatsanwaltschaft überprüft.

Jäger erklärte, um jeglichen Verdacht auszuräumen, habe er den Direktor des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste, Jürgen Mathies, und den Direktor des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW, Michael Frücht, beauftragt, "gemeinsam eine gründliche Inspektion aller weiteren fünf SEK-Standorte in NRW durchzuführen".

Mit den Sonderinspektionen würden diejenigen SEK-Beamten vor ungerechtfertigten Verdächtigungen geschützt, die zuverlässig im Einsatz seien. "Ich möchte sicher gehen, dass es keine weiteren Vorfälle bei den SEK in NRW in dieser Form gegeben hat", hob Jäger hervor. Im bevölkerungsreichsten Bundesland gibt es 18 Spezialeinsatzkommandos mit mehr als 200 Polizisten in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Bielefeld und Essen.

Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers hatte am Dienstag von "gravierenden Vorwürfen" gegen das Kölner SEK gesprochen, die vollständig aufgeklärt werden müssten. "Ich werde nicht akzeptieren, dass ein Polizeihubschrauber für private Fotos genutzt wird oder Kollegen beim SEK gedemütigt und erniedrigt werden."

(xity, AFP)


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