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NGOs für verbindliche Ziele im Kampf gegen Klimawandel

Forderungen von WWF und Brot für die Welt an G-7-Gipfel

Gut eine Woche vor dem G-7-Gipfel im bayerischen Elmau haben Umwelt- und Entwicklungsorganisationen die Bundesregierung aufgefordert, für ehrgeizigere Ziele zum Schutz von Klima und Meeren zu kämpfen.

Berlin - Wichtig seien konkrete Initiativen, finanzielle Zusagen und verbindliche Regelwerke, sagten Vertreter der Umweltorganisation WWF sowie der Entwicklungsorganisation Brot für die Welt in Berlin.

Die Leiterin für den Bereich Klima und Energie beim WWF, Regine Günther, hob die Bedeutung des Treffens der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen (G-7) für den Klimaschutz hervor. Es handele sich unter anderem um eine wichtige Weichenstellung für den Klimagipfel in Paris Ende des Jahres, wo ein neuer weltweiter Klimavertrag ausgehandelt werden soll.

Günther forderte von den G-7 ein "ambitioniertes globales Langfristziel" zur Senkung der klimaschädlichen Treibhausgase möglichst bis zum Jahr 2015. Zudem müssten die bereits grundsätzlich zugesagten 100 Milliarden US-Dollar (rund 91 Milliarden Euro) zur Abfederung der Klimafolgen in Entwicklungsländern auch tatsächlich umgesetzt werden und weitere Hilfsgelder für die Zukunft vereinbart werden.

Sabine Minninger von Brot für Welt wies darauf hin, dass auf diese Weise die besonders vom Klimawandel betroffenen Staaten sowie die Entwicklungsländer für die Klimaziele Deutschlands und der EU beim Klimagipfel in Paris gewonnen werden könnten. Eine weitere Forderung lautet, in den G-7-Staaten die Subventionen für klimaschädliche Energieträger wie Kohle zu reduzieren.

Nach Angaben von Günther sind verschiedene Punkte des Klimakapitels innerhalb der G-7 aber noch sehr umstritten. So stemmen sich ihren Angaben zufolge insbesondere Kanada und Japan gegen Festlegungen, den Energiesektor mittel- bis langfristig kohlenstoffarm oder sogar komplett klimaneutral zu gestalten. Der WWF forderte Deutschland auf, möglichst noch vor dem am Sonntag in einer Woche beginnenden Gipfel den eigenen Umgang mit der besonders klimaschädlichen Braunkohle zu regeln.

Ein weiteres Thema des G-7-Gipfels ist der Schutz der Meere. Die zuständige WWF-Expertin Heike Vesper forderte ein "verbindliches Regelwerk", das die besonders sensiblen Ökosysteme in der Tiefsee weltweit schützt. Diese Lebensräume sind nach WWF-Angaben durch den zunehmenden Abbau von Rohstoffen wie Gold, Nickel, Kupfer und Zink in großen Tiefen sowie durch das Abbaggern von Millionen Jahre alten Kobaltkrusten auf dem Meeresboden in Gefahr.

Weitere WWF-Forderungen sind der Kampf gegen die Vermüllung der Meere unter anderem durch mehr Recycling sowie ein Regelwerk zum Schutz der so genannten hohen See außerhalb der nationalen Küstengewässer.

Deutschland hat in diesem Jahr die Präsidentschaft der G-7 inne. Deswegen ist Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Gastgeberin des Gipfels am 7. und 8. Juni im bayerischen Schloss Elmau. Zur G-7 gehören außerdem die USA, Kanada, Japan sowie Großbritannien, Frankreich und Italien.

(xity, AFP)


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