10.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Neues Onlineportal zu Gewalt in der Pflege

Neues Onlineportal zu Gewalt in der Pflege

Notfallpläne und Krisentelefon sollen helfen

Gewalt in der Pflege ist keine Seltenheit: Ein neues Onlineportal soll künftig helfen, solche Krisenfälle zu vermeiden.

Berlin - Das zentrale Portal biete erstmals umfassende Informationen, Entlastungsmöglichkeiten, praktische Tipps und Kontaktnummern der bundesweiten Krisentelefone für alle Beteiligten in der Pflege, teilte das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in Berlin mit.

"Der Aufklärungsbedarf zum Thema Gewalt in der Pflege ist immens", erklärte Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. Knapp zwei Drittel der Bundesbürger wissen demnach überhaupt nicht, wohin sie sich bei Bedarf wenden können. Gewalt und Aggressionen sei in vielen Fällen auch das Ergebnis von Überlastung und Überforderung. Dies betreffe vor allem pflegende Angehörige, die oftmals parallel Verpflichtungen in Familie, Beruf und Pflege wahrnehmen müssten. Auch in Heimen gibt es laut Studien Fälle von körperlichen und verbalen Misshandlungen von Pflegebedürftigen.

Laut Suhr bietet das Portal neben einer umfassenden Übersicht zu Hilfe- und Entlastungsmöglichkeiten etwa durch Kurzzeitpflege oder Selbsthilfegruppen auch einen persönlichen Notfallplan. Dieser soll in akuten Krisensituationen daran erinnern, welches Verhalten und welcher Ansprechpartner helfen können. Zudem wird auf dem Portal immer die Servicenummer eines aktuell erreichbaren Krisentelefons angezeigt.

Gewalt in der Pflege hat viele Gesichter. Dazu zählen sowohl Beschimpfungen, entwürdigende Umgangsweisen, Vernachlässigungen aber auch körperliche Übergriffe. Konkrete Zahlen gibt es nicht. Experten gehen von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. In einer Umfrage des ZQP von 2012 gab jeder Fünfte an, bereits mit gewaltbehafteten Situationen im Pflegebereich in Berührung gekommen zu sein – sei es als Außenstehender oder direkt Beteiligter. Das Internetportal www.pflege-gewalt.de wird vom Bundesfamilienministerium gefördert.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH