Neues Krefelder Seidentuch zur KWM-Eröffnung

Entwurf des Künstlers Henry van de Velde

Die Freunde der Kunstmuseen Krefeld und der Kunstverein Krefeld haben anlässlich der bevorstehenden Wiedereröffnung des Kaiser-Wilhelm-Museums das "Krefelder Seidentuch 2016" vorgestellt.

Krefeld - Das Muster des Seidentuchs geht auf einen Entwurf des Künstlers Henry van de Velde (1863 bis 1957) zurück, den er um 1900 für ein Vorsatzblatt eines Bucheinbandes anfertigte. Das Tuch aus reiner Seide in Altrosa (65 mal 240 Zentimeter) wurde in einer Auflage von 190 Stück im norditalienischen Como hergestellt. Zur Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Museums am 2. Juli kann es dort im Shop für 75 Euro erworben werden. Reservierungen sind ab sofort möglich. Der Reinerlös wird den Kunstmuseen Krefeld zur Verfügung gestellt.

Mit dem neuen Seidentuch möchten die Vereine auf mehrere Aspekte aufmerksam machen: Als ein Vertreter des Kunsthandwerkes befindet sich der Entwurf van der Veldes in den Beständen der Kunstmuseen Krefeld. Der damalige Direktor des Kaiser-Wilhelm-Museums, Friedrich Deneken, hatte 1897 Kontakt zu Henry van de Velde aufgenommen und ihn gebeten, mit künstlerischen Entwürfen das Handwerk in der Seidenstadt zu fördern. Der Belgier fertigte zahlreiche Vorlagen in Zusammenarbeit mit dem Krefelder Handwerk und der Textilindustrie an. Als traditioneller Ort der Seidenproduktion und -verarbeitung ist Como bis heute weltweit bekannt. Zur Hochzeit dieses Industriezweiges im 19. Jahrhundert schickten die dortigen Firmeninhaber ihre Söhne auch zum Studium an die Höhere Webeschule nach Krefeld. Und letztlich die beiden Vereine selbst: Der Kunstverein hat seinen Ursprung im Crefelder Museumsverein 1883, der gegründet wurde, um einen Museumsbau in der Stadt zu fördern. Die ?Freunde" gründeten sich 100 Jahre später, um die Kunstmuseen ideell und finanziell zu unterstützen. Nun bringen sie gemeinsam das ?Krefelder Seidentuch 2016" heraus. "Die Freunde der Kunstmuseen Krefeld und der Kunstverein Krefeld wollen ein Zeichen zur Museumseröffnung setzen", so Dr. Magdalena Broska, stellvertretende Vorsitzende der Freunde. Wer das Seidentuch erwerbe, zeige seine Zugehörigkeit zu dem Haus. "Es ist wichtig, dass wir unser Kräfte bündeln. Wir verstehen uns als Kunstlobby", betont Elke Meyer-Michael, Vorsitzende des Kunstvereins.

Die Auflage und der Preis sind bewusst niedrig gehalten. "Wir wünschen uns auch Sammler", sagt Dr. Anahita Teymourian-Pesch, Vorsitzende der Freunde der Kunstmuseen. Die Idee sei es, nach dem Ausverkauf eine neue Auflage in einer anderen Farbe anzubieten. Für das Engagement bedankte sich Dr. Martin Hentschel, Leiter der Kunstmuseen Krefeld, bei allen Beteiligten. "Das ist auch der Auftakt unseres neuen Shop-Konzeptes. Es sollen samt und sonders Motive aus der Sammlung angewandter Kunst angeboten werden", so Hentschel.

Reservierungen für das Krefelder Seidentuch 2016 nehmen das Sekretariat der Kunstmuseen/Freunde per E-Mail sylvia.goerres@krefeld.de und der Kunstvereininfo@krefelderkunstverein.de entgegen.