Neuer Tisch des Monats im Hetjens Düsseldorf

Keramikmuseum zeigt "Wie aus dem Ei gepellt!"

Das Hetjens-Museum stimmt seine Besucher*innen mit dem Tisch des Monats auf den kalendarischen Frühlingsanfang und das Osterfest ein.

Düsseldorf - Bis zum 25. April 2021 präsentiert das Institut den Tisch unter dem Titel "Wie aus dem Ei gepellt!" mit einer besonderen Auswahl österlicher Kostbarkeiten verschiedener Manufakturen im Festsaal des Palais Nesselrode.

Rückkehr des Frühlings
An Ostern wird nicht allein die Auferstehung Christi gefeiert, sondern auch das Wiedererwachen der Natur und die Rückkehr des Frühlings. Bereits in der heidnischen Vorstellung diente das Ei als das Symbol des Lebens und der Wiedergeburt. Seit dem 17. Jahrhundert war in Deutschland der Brauch bekannt, Hühnereier bunt zu bemalen, um sie als Osterschmuck zu verwenden. Diese Tradition stammt aus Russland und Armenien, wo dem Osterfest im orthodoxen Glauben eine größere Bedeutung zukommt als Weihnachten. Auch die großen Porzellanmanufakturen gestalteten Ostereier, die mit Frühlingsblumen, Tieren, Vögeln oder auch grafischen Mustern geschmückt wurden.

Was zuerst da war: das Ei oder das Huhn?
Und nicht nur an Ostern stellt sich die berühmte Frage, was zuerst da war: das Ei oder das Huhn? Seit etwa 1790 hat man Porzellan-Hühner im englischen Staffordshire, aber auch in Manufakturen in Dresden und Thüringen produziert. Dieser ursprünglich aus China kommende Gefäßtyp war während des gesamten 19. Jahrhunderts überaus beliebt. Kleinere Variationen kamen zur Aufbewahrung von Butter zum Einsatz und gaben dem Gefäß seinen deutschen Namen Butterhenne oder Butterhuhn.

Teeservice "Victoria"
Gedeckt ist die frühlingshafte Tafel darüber hinaus mit dem Teeservice "Victoria" der ungarischen Porzellanmanufaktur Herend (1826 gegründet). Ein interessantes Detail: Das Teegedeck wurde nach der britischen Königin Victoria (1819-1901) benannt. Die Manufaktur Herend hatte den Dekor mit Päonien und Schmetterlingen auf der ersten Weltausstellung 1851 in London vorgestellt. Queen Victoria war derart begeistert von dem chinesisch inspirierten Porzellan, dass sie gleich ein umfangreiches Service für Schloss Windsor bestellte. Im Zuge dessen benannte die Manufaktur das Modell nach seiner prominenten Käuferin.