16.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Neue Publikation über das "Krefelder Haus"

Neue Publikation über das "Krefelder Haus"

Mediothek stellt Exemplare bereit

Zahlreiche Häuser in der Krefelder Innenstadt aus der Gründerzeit, drei- oder vierfensterbreit, prägen das Straßenbild der Wohnquartiere.

Krefeld - Mit diesem besonderen Gebäudetypus, dem sogenannten "Krefelder Haus", beschäftigt sich eine nun gleichnamige Veröffentlichung des Fachbereichs Stadtplanung. Sie zeigt auf, welches Potenzial in den Gebäuden und den "grünen Inseln" im Inneren der Häuserblocks steckt. Anhand von Beispielen werden das Krefelder Haus und seine Bewohner vorgestellt, die mit Kreativität und bürgerschaftlichem Engagement ihren Traum vom Wohnen in der Stadt verwirklicht haben.

Besonders in der Südweststadt konzentriert sich heute der Bestand des "Krefelder Hauses". "Dort gibt etwa 1000 Häuser", so Norbert Hudde, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung. Aber auch in anderen Ortsteilen wie beispielsweise Uerdingen und Bockum findet sich dieser Gebäudetypus. Dem rasanten Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert ist der Bauboom dieser Hausart zu verdanken, der Arbeiten und Wohnen vereinte. "Das war die Zeit, in der jede Woche ein Haus fertig wurde", berichtet Georg Opdenberg, Mitautor und selbst Bewohner eines "Krefelder Hauses". Oftmals standen im Erdgeschoss des Vorderhauses Webstühle, aber auch Geschäfte und Handwerker befanden sich in den Räumen zur Straßenseite. Den Platz im übrigen Gebäude teilten sich in der Regel mehrere Mietparteien. "In anderthalb Zimmern lebte eine Familie mit vielleicht fünf Personen", so Opdenberg. Selbst die Dachspeicher seien an Kostgänger vermietet worden.

Mit dem Ende der Handwebstühle zwischen 1880 und 1890 kam auch das Ende des "Krefelder Hauses". "Die alten Grundrisse bestehen in vielen Häusern aber bis heute", so Hudde. Gelungene Beispiele von modernen Umbauten in der Publikation sollen nun andere Eigentümer ermutigen, ihre Häuser entsprechend den heutigen und zukünftigen Anforderungen zu sanieren. Mit Mitteln des Bund- und Länderprogramms "Stadtumbau West" hat der Fachbereich Stadtplanung bereits einige Leitfäden für Hauseigentümer herausgegeben, die ihnen als Hilfestellung und Anregung dienen sollen.

Hudde dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen der Veröffentlichung beigetragen haben: "Insbesondere möchte ich die Hausbewohner erwähnen, die Birgit Causin und Alexandra Heydt, den beiden Autorinnen des Fachbereichs Stadtplanung, einen Blick in ihre Häuser gewährt haben. Sie haben ihre Türe geöffnet und ihre Geschichten beigetragen. Ohne sie wäre 'Das Krefelder Haus' nicht das nun vorliegende, lebendige Lesebuch geworden", so der Fachbereichsleiter. Die Publikation ist in einer Auflage von 500 Stück erschienen. Interessierte können sich die 80-seitige Ausgabe beim Fachbereich Stadtplanung, Parkstraße 10, während der Sprechzeiten montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, montags, dienstags und mittwochs von 14 bis 15.30 Uhr, donnerstags 14 bis 17.30 Uhr kostenfrei abholen. Exemplare stehen ab sofort auch in der Mediothek zur Ausleihe zur Verfügung.


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