Neue Premiere im Opernhaus Düsseldorf

Michael Schulz inszeniert "La clemenza di Tito"

Mozarts letzte Oper "La clemenza di Tito" hat am Samstag, 9. Oktober 2021, um 19:30 Uhr Premiere im Opernhaus Düsseldorf.

Düsseldorf - Zu den beiden Mozart-Opern „Die Zauberflöte“ und „Le nozze di Figaro“ im aktuellen Repertoire der Deutschen Oper am Rhein gesellt sich eine Neuproduktion: Michael Schulz, Generalintendant des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen, inszeniert den Polit-Krimi um Macht und Milde, Freundschaft und Verrat im engsten Umfeld des römischen Kaisers Titus. Jussi Myllys (Tito), Maria Kataeva (Sesto) und Sarah Ferede (Vitellia) verkörpern Mozarts psychologisch fein gewebte Figuren, die in den zermürbenden Zwiespalt zwischen Staatsräson und persönlichem Empfinden stürzen. Marie Jacquot dirigiert die Düsseldorfer Symphoniker.

Als Titus Flavius Vespasianus im Jahr 79 den Thron seines Vaters in Rom besteigt, unterzieht er sich einem erstaunlichen Imagewechsel: Der als rigoros und skrupellos geltende Feldherr wandelt sich zum gütigsten aller Kaiser - seine nur zwei Jahre währende Regentschaft wird legendär. Sein Regierungsentwurf der Milde steht Pate, als Mozart 1791 eine Oper zur Krönung des Habsburgers Leopold II. komponiert: Auch in „La clemenza die Tito“ überstrahlen Nachsicht und Güte des Kaisers jede Intrige, jeden Anschlag auf sein Leben und jede noch so dramatische Katastrophe, die Rom heimsucht.

Genau hier setzt Regisseur Michael Schulz die Lupe an: Was liegt unter dem Deckmantel der Milde und Gerechtigkeit? Ist es wirklich möglich, die Überzeu­gun­gen und Gewohnheiten der Vergangenheit vollends abzuschütteln und für hehre Ideale einzu­tauschen? Die Intrigen, die politischen und sexuellen Abhängigkeiten im Umfeld des Kaisers stellen das hart erarbeitete Idealbild des Regenten vor eine schwierige Aufgabe.