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Neue Partei von AfD-Gründer Lucke erwartet keine schnellen Erfolge

Forsa-Chef Güllner: Alfa ist eine "Totgeburt"

Bernd Luckes Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) erwartet keine schnellen Wahlerfolge.

Berlin - Es werde "eine Weile" dauern, bis die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) in Deutschlands politischer Landschaft etabliert sei, sagte ihre Generalsekretärin Ulrike Trebesius dem "Handelsblatt".

Die Landtagswahlen im kommenden Frühjahr seien daher nur als "wichtiger Meilenstein" auf dem Weg der Partei zu verstehen und ließen noch keine langfristigen Schlüsse über das weitere Schicksal der Alfa zu, sagte Trebesius.

Während die AfD laut Trebesius noch den schnellen Erfolg suchte, lasse sich die Alfa nun "ein bisschen mehr Zeit", um beim Wähler Anklang zu finden. Es sei zwar klares Ziel der Partei, 2017 in den Bundestag einzuziehen, doch dürfe die dann stattfindende Wahl nicht als "Deadline" verstanden werden. Trebesius fügte hinzu, die Alfa habe durch ihre "wirtschaftspolitische Kompetenz" ein Alleinstellungsmerkmal. Da aber beispielsweise die Euro-Rettung derzeit medial "deutlich unter Radar" behandelt werde, habe die Alfa es schwer, eigene Akzente zu setzen.

Forsa-Chef Manfred Güllner gibt Luckes zweiter Parteigründung dagegen auch langfristig kaum Erfolgschancen: Die Alfa sei eine "Totgeburt", sagte der Meinungsforscher dem "Handelsblatt". Die AfD habe bereits unter Lucke rechtsradikales Wählerpotenzial aus der Mittelschicht abgeschöpft. Diese Wähler blieben nun bei der AfD. Ein "Segment dazwischen", dass die Alfa nun ansprechen könne, gibt es aus Güllners Sicht nicht. Bei Umfragen, welche Parteien außer den etablierten für die Menschen infrage kämen, lande die Alfa bei "maximal" 0,3 Prozent, sagte der Forsa-Chef.

Der Europaabgeordnete und ehemalige AfD-Anhänger Hans-Olaf Henkel wies Güllners Einschätzung im "Handelsblatt" zurück. Nachdem die AfD von "Unvernünftigen, Unanständigen und Intoleranten unterwandert" worden sei, biete die Alfa dem Mittelstand und den Liberalen nun eine neue Heimat, sagte der frühere Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Der "Linksruck" der CDU und der gleichzeitige "Rechtsruck" der AfD eröffne der Partei ein "riesiges Potenzial" sagte Henkel.

Bislang hat die Alfa für keine der drei Landtagswahlen im kommenden März die Unterschriftenzahl zusammen, wie ein Parteisprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Partei hat sich für die Wahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt das Jahresende als eigene Frist gesetzt, um die Mindestzahl an Unterstützern zu gewinnen.

(xity, AFP)


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