24.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Neue Aussagen Edathys sorgen für Unmut bei der Union

Neue Aussagen Edathys sorgen für Unmut bei der Union

SPD soll Widersprüche "aus der Welt schaffen"

Nach der Behauptung des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy, er sei von seinem Parteifreund Michael Hartmann vor den Kinderporno-Ermittlungen des BKA gewarnt worden, macht sich in der Union neuer Unmut breit.

Berlin - "Der jetzige Zustand ist unerträglich, weil Personen wie Michael Hartmann und der frühere BKA-Präsident Ziercke tief in die Affäre hineingezogen werden", sagte der Unions-Innenexperte Stephan Mayer (CSU) der "Bild"-Zeitung.

Die SPD selbst müsse Interesse daran haben, "dass die Widersprüche zwischen den unterschiedlichen Aussagen möglichst schnell aus der Welt geschafft werden", fügte Mayer hinzu. Edathy habe am Donnerstag im Untersuchungsausschuss Gelegenheit, die Affäre endlich aufzuklären, sagte Mayer. "Dort muss er, wenn er aussagt, wahrheitsgetreu und umfassend aussagen."

Edathy hatte gegenüber dem "Stern" behauptet, Hartmann habe ihn am Rande des Leipziger SPD-Parteitags Mitte November über die BKA-Ermittlungen informiert. Hartmann bestritt dies. Er habe zwar mit Edathy über die Angelegenheit gesprochen, dabei aber keine Informationen des Bundeskriminalamts (BKA) preisgegeben, erklärte er. Auch der inzwischen pensionierte BKA-Präsident Jörg Ziercke, der der SPD angehört, bestritt Edathys Darstellung.

Der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, geht davon aus, dass Edathy in der Tat vorab Informationen erhielt. "Für einen Kriminalisten stand es zu keinem Zeitpunkt außer Frage, dass Edathy vor den bevorstehenden kriminalpolizeilichen Maßnahmen gewarnt worden sein muss", sagte Schulz der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch der "angebliche Diebstahl seines Dienst-Laptops dürfte in den Bereich der Fabel gehören", sagte Schulz weiter.

Edathy hatte im Februar sein Bundestagsmandat niedergelegt, die Affäre löste eine Vertrauenskrise in der großen Koalition aus. Der damalige Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) trat zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er in seiner früheren Funktion als Bundesinnenminister SPD-Chef Sigmar Gabriel über den Kinderpornoverdacht informiert hatte.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH