23.06.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Neubau des südlichen Hafenrings geht schnell voran

Neubau des südlichen Hafenrings geht schnell voran

"Rüttelstopfsäule" kam mehrfach zum Einsatz

Der Neubau des südlichen Hafenrings schreitet sehr schnell voran. "Zwischen Weihnachten und Neujahr gab es eine kurze Pause.

Krefeld - Ansonsten konnte hier an jedem Tag gearbeitet werden“, sagt der städtische Bauleiter vom Fachbereich Tiefbau, Martin Schulte, beim Gang über die Baustelle des südlichen Neubauabschnitts des Hafenrings. Wo vorher nichts als Buschwerk und Äcker waren, ist jetzt bereits deutlich und in voller Breite der Trassenverlauf der neuen Straße südlich vom Wendebecken des Krefelder Hafens zu erkennen. Dieser Fortschritt war so nicht unbedingt zu erwarten, denn die Baustelle wurde erst im Spätherbst 2013 eröffnet. Trotzdem wurde das ehrgeizige Ziel formuliert, die Straße ein Jahr später für den Verkehr freigeben zu können.

Die Tiefbauer setzten darauf, dass sie am südlichen Krefelder Stadtrand einigermaßen störungsfrei arbeiten könnten. Andererseits war bekannt, dass die neue, mehr als zweieinhalb Kilometer lange Trasse durch mindestens zwei Bereiche führen würde, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit Schutt verfüllt wurden und dadurch sehr locker sein können. Die Lösung heißt "Rüttelstopfsäule“. Eine große stählerne Hohllanze mit einer Spitze am unteren Ende wird von einer Maschine mehrere Meter tief ins Erdreich geschoben, bis sie auf harten Untergrund trifft. Befüllt ist sie mit Kies. Hat die Lanze die gewünschte Tiefe erreicht, dann öffnet sich die Spitze. Die ganze Lanze beginnt jetzt sichtbar und noch etliche Meter entfernt deutlich wahrnehmbar zu vibrieren. Langsam zieht sich die Lanze aus dem Loch zurück und hinterlässt dabei in der Tiefe ihre Kiesfüllung. Der Maschinenführer setzt, nachdem seine "Hohllanze“ erneut mit Kies befüllt wurde, das nächste Bohrloch zwei, drei Meter neben das alte. Unten in der Tiefe treffen die Kiesschichten jetzt dicht gedrängt und vermischt mit Schutt und Erde aufeinander, die Mischung verpresst sich und schafft so den gewünschten stabilen Untergrund.

Wochenlang war diese Maschine im Einsatz, während an anderen Stellen der Trasse mit der Verlegung des rund 2,1 Kilometer langen Kanals begonnen wurde. Die Rohre in der Tiefe haben einen Durchmesser von 1,60 Meter. Sie dienen nicht allein der notwendigen Niederschlagsentwässerung der zukünftigen Straße, sondern sind so dimensioniert, dass sie dereinst leistungsfähig genug sind, um die Abwässer des Industrie- und Gewerbegebiets aufzunehmen, das durch diesen Straßenneubau erschlossen wird. Allein das Investitionsvolumen für den Kanalbau liegt bei cirka 2,2 Millionen Euro. Weiterhin wird über 1,7 Kilometer eine Trinkwasserversorgungsleitung vom Heidbergsweg bis zur Bataverstraße errichtet. Die Wasserleitung stellt einen Ringschluss mit der heutigen Stichleitung in der Bataverstraße her und erhöht die Versorgungssicherheit für die im Hafengebiet ansässigen Unternehmen. Die Kosten liegen bei etwa 400 000 Euro. Seit März beginnen die Stadtwerke Krefeld (SWK) zudem im südlichen Hafengebiet mit der Verlegung von etwa 3,8 Kilometern Elektrizitäts- sowie 1,9 Kilometern Gasleitungen. Hierbei wird sukzessive vom Süden her nach Norden parallel zum Straßenausbau vorgegangen. Die SWK investieren hierbei rund 350 000 Euro für die Elektrizitäts- und 950 000 Euro für die Neuverlegung von Gasleitungen. Die Erschließungsarbeiten der SWK werden voraussichtlich Ende 2015 komplett abgeschlossen sein. Die Investitionen für die Ver- und Entsorgungsleitungen liegen bei knapp vier Millionen Euro. Insgesamt kostet der neue Hafenring-Süd, inklusive des Straßenabschnitts "An der Römerschanze“ und aller Nebengewerke, rund 6,3 Millionen Euro.

Das neue Teilstück des Hafenrings orientiert sich sehr nahe am Ausbauzustand der Fegeteschstraße, östlich von Gellep, dem Anfang der 1990er Jahre fertiggestellten ersten Teilstück des Hafenrings. Zusätzlich wird ein um die 200 Meter langes Stück der Straße "An der Römerschanze“ vom neuen Hafenring-Süd bis zum Hafenwendebecken, erneuert. Mastleuchten mit einer Lichtpunkthöhe von rund sechs Metern beleuchten die neue Straße. Ein asphaltierter kombinierter Geh- und Radweg von zweieinhalb Metern Breite, abgetrennt durch einen drei Meter breiten und baumbepflanzten Grünstreifen, begleitet die neue Trasse des Hafenrings. Diese Trasse erhält durch eine beidseitige Baumanpflanzung einen Alleen-Charakter. Dazu werden rund 260 Bäume neu gepflanzt. Die Bepflanzung ist Bestandteil der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen des landschaftspflegerischen Begleitplanes. Darüber hinaus ist eine Bepflanzung der Straßenböschungen vorgesehen. Die Trassenführung ist so gewählt, dass zumindest einseitig an weiten Strecken vorhandene Baumbestände erhalten bleiben. Etliche der Begleitarbeiten werden im Jahr 2015 erfolgen, aber der Verkehr soll Ende 2014 bereits über die neue Straße rollen. Der milde Winter hat dazu beigetragen, dass dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden kann.


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