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Nam June Paik Award 2104

NRW-Kulturministerin Ute Schäfer in Krefeld

Die Kunststiftung NRW verleiht am Sonntag, 28. September, zum siebten Mal den mit 25 000 Euro dotierten Internationalen Nam June Paik Award und den mit 15 000 Euro dotierten Förderpreis.

Krefeld - Die Auszeichnung findet in diesem Jahr in Kooperation mit den Kunstmuseen Krefeld statt. NRW-Kulturministerin Ute Schäfer übergibt im feierlichen Rahmen die Preise im Museum Haus Lange. "Das ist für uns ein besonderes Ereignis“, sagt Dr. Martin Hentschel, Leiter der Kunstmuseen Krefeld. Die Stiftung sei ein langjähriger Begleiter der Museen, mit dem man sehr intensiv zusammenarbeite. "Deshalb freue ich mich auch, dass ab Sonntag die Ausstellung hier zu Gast ist“, so Hentschel. In der Mies-van-der-Rohe-Villa stellen die vier nominierten Künstler Ulf Aminde, Cory Arcangel, Camille Henrot und Thomson & Craighead ihre Arbeiten aus. Zudem ist die Förderpreisträgerin 2012, Céline Berger, mit ihrer Videoinstallation "Betterment Room“ zu sehen, einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Zeit und Effizienz.

Die Kunststiftung NRW ist neben dem Land inzwischen der zweitwichtigste Kunstförderer. "Wir machen uns stark für Künstler, die das Außergewöhnliche wagen“, so Dr. Ursula Sinnreich, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW. Deren Fördermittel speisen sich aus Lottogeldern des staatlichen Anbieters West-Lotto. Damit sei es möglich, unabhängig von politischer Einflussnahme einen Beitrag für die Zukunft der Kunst zu ermöglichen, so Sinnreich. Der nach dem Medienpionier Nam June Paik benannte Wettbewerb wurde 2002 im NRW-Forum in Düsseldorf erstmals durchgeführt.

"Wir haben nun mit den Kunstmuseen Krefeld einen wunderbaren Partner gefunden“, so Sinnreich. Im Museum Haus Lange finde eine Vermengung zwischen Videokunst und Architektur statt. Dort stellen ab Sonntag die nominierten drei Künstler und ein Künstlerduo rund 20 Arbeiten aus. "Sie lassen sich auch auf die Räume ein“, betont Hentschel. In unterschiedlichen Medien – von der Schallplatte über Film bis zu Computer basierten Werken – fordern sie den Besucher auf, aktiv mit den Arbeiten umzugehen. Sie öffnen unterschiedliche globale Räume, die zu mythischen, geopolitischen oder auch ökonomischen Zusammenhängen und Kontexten führen.

Die Verleihung des Internationalen Nam June Paik Award 2014 falle in Krefeld zudem auf einen "gewachsenen Boden“, so Hentschel. Denn bereits Ende der 1960er-Jahre widmete sich Paul Wember, der ehemalige und als progressiv bekannte Direktor des Krefelder Kaiser-Wilhelm-Museums, der neuen Kunstform "Video“. In diese Zeit fallen auch Besuche von Gerry Schum, einem der deutschen Videopioniere, und seiner Partnerin Ursula Wevers in Krefeld. Bundesweite Aufmerksam erhielten sie für ihre Fernseh-Ausstellungen "Land Art“ (1969) und "Identifications“ (1970), die in Deutschland ausgestrahlt wurden. "Für die Vorführung in Krefeld kamen die Künstler mit ihren Abspielgeräten“, berichtet Dr. Sylvia Martin, stellvertretende Leiterin der Kunstmuseen Krefeld. Diese avantgardistische Kunst beeindruckte Wember und obwohl er zuerst selbst über kein Abspielgerät verfügte, kaufte er bereits 1971 diese und andere Werke unter anderem von John Baldessari, Jan Dibbets und Peter Hutchinson.

In der Bundesrepublik wagte damals kaum ein anderes Museum, derartiges zu erwerben. Aachen und Essen hätten noch gesammelt, jedoch nicht in einem vergleichbaren Umfang wie die Kunstmuseen Krefeld. "Dass es damals als Kunst galt, war nicht selbstverständlich. Für uns ist dieser frühe Bereich der Videokunst heute sehr wertvoll“, sagt Martin. Wembers Nachfolger Dr. Gerhard Storck und Dr. Martin Hentschel setzten diese Ankäufe fort. So kam auch Nam June Paiks "Global Groove“ (1973) im Jahr 1980 in die Sammlung der Krefelder Kunstmuseen. Andere Museen begannen da erst, sich überhaupt für Videokunst zu interessieren.

Die Künstler werden in der Ausstellung zum "Nam June Paik Award 2014“ vom 28. September bis zum 15. Februar 2015 in dem von Mies van der Rohe entworfenen Haus Lange in Krefeld jeweils eine Arbeit zeigen. Des Weiteren präsentiert Céline Berger, Förderpreisträgerin des Nam June Paik Awards 2012, ein eigens für diese Ausstellung konzipiertes Werk. Weitere Informationen stehen im Internet unter www.krefeld.de, www.kunstmuseenkrefeld.


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