Nahles will Rentnern mehr Zuverdienst ermöglichen

Koalitionsarbeitsgruppe nimmt am Dienstag Arbeit auf

Hinzuverdienstmöglichkeiten von Frührentnern sollen sich nach dem Willen von Arbeitsministerin Nahles mehr lohnen und flexibler werden als bislang.

Berlin - Das geht den Magazinen "Spiegel" und "Focus" zufolge aus der Stellungnahme des Arbeitsministeriums für die zuständige Koalitionsarbeitsgruppe hervor, die am Dienstag ihre Arbeit aufnimmt.

"Die Hinzuverdienstmöglichkeiten neben dem Rentenbezug müssen flexibler, transparenter und damit auch weniger bürokratisch gestaltet werden", schreibt das Arbeitsministerium "Focus" zufolge. Von den fast 650.000 neuen Rentnern des Jahres 2013 hätten nur 1624 Ruheständler eine Teilrente beantragt. Als Grund dafür gelten die starren Grenzen, in denen diese Rentner Geld hinzuverdienen können, ohne sofort und massiv ihre Rente gekürzt zu bekommen.

Eine mögliche Reform könnte aus Sicht des Bundesarbeitsministeriums so aussehen, dass "die Summe aus Rente und Hinzuverdienst das früher erzielte Einkommen nicht übersteigen darf".

Eine Sprecherin des Arbeitsministeriums sagte am Sonntag auf Anfrage lediglich, die Beratungen in der Koalitions-AG "Flexible Übergänge" würden erst beginnen. "Es gibt keine Vorfestlegungen."

Zu der von den Gewerkschaften geforderten Teilrente mit 60 rechnete das Ministerium "Focus" zufolge vor, potenziell könnten sie 400.000 bis 450.000 Menschen in Anspruch nehmen. Wären es nur 100.000, müsse die Rentenversicherung 600 Millionen Euro an Rentenzahlungen früher als geplant leisten und Beitragsausfälle von 300 Millionen Euro hinnehmen. Ähnliche Zahlen nannte auch der "Spiegel".

SPD-Sozialexpertin Katja Mast sagte zu "Focus", die Rente ab 60 sei nur attraktiv, wenn die Tarifvertragsparteien das finanziell flankierten. Diskussionswürdig sei das freiwillige Aufstocken von Rentenbeiträgen durch die Arbeitnehmer.

CDU-Sozialexperte Carsten Linnemann lehnte die Rente mit 60 dagegen kategorisch ab: "Das Ziel muss sein, die Quote der Erwerbstätigkeit im Alter zu erhöhen", sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung zu "Focus"

Dem "Spiegel" zufolge lehnt das Arbeitsministerium den Unionsvorschlag ab, die Arbeitgeberbeiträge für erwerbstätige Rentner zu streichen. Dies sei mit "erheblichen Beitragsausfällen" verbunden, heißt es dem Bericht zufolge in dem Papier des Arbeitsministeriums.

(xity, AFP)