Nahles will besser über Armut und Reichtum aufklären

Ministerin konstatiert zu viele Vorurteile

Arbeitsministerin Nahles will im nächsten Armuts- und Reichtumsbericht besser über Vorurteile zu dem Thema aufklären.

Berlin - Im nächsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung werde ihr Ministerium darlegen, welche Auswirkungen Reichtum auf die Gesellschaft habe und welchen Einfluss Vermögende auf politische Entscheidungen und die Gesellschaft hätten, sagte Nahles der "Süddeutschen Zeitung". "Ich glaube, da gibt es viele Vermutungen, oft auch Vorurteile." Wenn der Bericht Ende 2016 oder Anfang 2017 vorliege, werde deutlich werden, welche davon sich belegen lassen "und welche nicht".

Nahles kritisierte unter anderem die gängige Annahme, wonach jeder, der weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung habe, arm sei. Dieser Ansatz führe "leider schnell in die Irre". Dabei handle es sich um eine relative Größe, die zwar die Spreizung der Einkommen zeige aber nicht die absolute Armut.

"Es gibt zum Beispiel mehr illegale Einwanderer und sehr viele jüngere Erwerbsgeminderte, da haben wir es mit wirklicher Armut zu tun", sagte die Ministerin. Um dagegen vorzugehen, sei unter anderem mehr Geld für Sprachkurse für Flüchtlinge nötig.

Ende Februar hatte der Paritätische Gesamtverband seinen Armutsbericht vorgestellt. Darin hatte er einen Anstieg der Armut in Deutschland beklagt, von der zunehmend Rentner betroffen seien.

(xity, AFP)