19.06.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Nach fast vier Jahren Umbauzeit

Nach fast vier Jahren Umbauzeit

Das Kaiser-Wilhelm-Museum wird bald eröffnet

Das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld wird nach fast vier Jahren Umbauzeit mit der dreitägigen Veranstaltung "KWM pur" voreröffnet.

Krefeld - Das Kunstmuseum am Joseph-Beuys-Platz wurde grundlegend für 17,7 Millionen Euro saniert und modernisiert. Besucher haben von Freitag, 1. April, bis Sonntag, 3. April, bei freiem Eintritt die Möglichkeit, das Gebäude ohne Kunst zu erleben und sich einen Eindruck von der Architektur zu verschaffen. Während der drei Tage werden verschiedene Themenführungen und Vorträge über die Bauarbeiten und die Baugesichtes des Museums angeboten. Die Wiedereröffnung erfolgt dann am 2. Juli mit der Ausstellung "Das Abenteuer unserer Sammlung I".

Bei der Programmpräsentation von "KWM pur" erinnerte Oberbürgermeister Frank Meyer an die Anfänge des Museums Ende des 19. Jahrhundert als "Bürgermuseum". Mit viel Engagement und Stiftungen legten Krefelder Bürger die Basis für das Kaiser-Wilhelm-Museum. "Das zeichnet es aus", betonte der Oberbürgermeister. Dieses "Bürgermuseum" sei ein Ort, wo Menschen Kunst begegnen, aber auch Menschen sich begegnen. ?Das ist ein Jahrhundert-Ereignis für die Stadt", sagte Uli Cloos, Fachbereichsleiter Marketing und Stadtentwicklung. Die Krefelder und Gäste können das umgebaute Gebäude an diesem Wochenende genießen und auf sich wirken lassen. Wer sich eingehender informieren möchte, kann an einer der 14 Architekturführungen teilnehmen. Außerdem werden spezielle Themenführungen angeboten, wie zu dem Wandgemäldezyklus "Lebensalter (1923)" von Johann Thorn Prikker und Kurzführungen zur neuen Klimatechnik des Museums. Dieser einmalige Blick hinter die Kulissen zeigt, was Besucher sonst nicht mehr zu Gesicht bekommen, aber einen wesentlichen Bestandteil der Modernisierungsarbeiten bildet. Die Teilnahme an allen Führungen ist kostenfrei. Die maximale Zahl ist auf 30 Personen pro Führung begrenzt. Wer das Museum selbst erkunden möchte, kann sich unter anderem einen Film über die Sanierungsarbeiten ansehen, der in einer Endlosschleife vorgeführt wird.

Mit verschiedenen Aktionen wird in der Innenstadt auf die Voreröffnung aufmerksam gemacht: Auf dem Westwallmarkt wird es am Freitag von 7 bis 13 Uhr den Marktstand "KWM pur" mit kabarettistischen Einlagen geben. Und am Samstag werden Ingrid Krusat-Dahmen und Silvia Westenfelder mit Unterstützung des Kresch-Theaters von 11 bis 15 Uhr mit Kunstaktionen um Piet Mondrian und Yves Klein auf die "Ausgelagerte Kunst" und deren Rückkehr ins Museums aufmerksam machen. Dr. Sven Kuhrau, Ausstellungskurator und Museumshistoriker aus Berlin, hält am Samstag den Vortrag "Mehr als nur eine Hülle - Die Architektur des Kaiser Wilhelm Museums". Darin beschäftigt er sich mit den unterschiedlichen Umbauten des Hauses.

"Quer denken" lautet der Titel einer Gesprächsrunde am Sonntagvormittag über Architektur, Museum, Geschichte und Kunst. Der Kunsthistoriker Dr. Michael Fehr, ehemaliger Direktor Karl Ernst Osthaus-Museum(1987 bis 2005), Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, der Berliner Architekt Dr. Hans Witschurke und Dr. Sylvia Martin, stellvertretende Leiterin der Kunstmuseen Krefeld diskutieren unter anderem die Fragen: Ist die Revitalisierung originaler Bausubstanz des 19. Jahrhunderts ein Trend, Spiegelbild einer konservativen Gesellschaft oder Beleg für ein neues Geschichtsbewusstsein? Welche Vergangenheit ist erhaltenswert? Welche Räume ergeben sich dabei für die Kunst? Die Moderation übernimmt Dr. Sven Kuhrau, Ausstellungskurator und Museumshistoriker aus Berlin.

Während es KWM-pur-Wochenendes können Besucher zudem die Ausstellung "Die Kräfte hinter den Formen" in den Mies-van-der-Rohe-Villen Haus Esters und Haus Lange kostenfrei besuchen. Ein Shuttle-Service, der Besucher aus den Stadtteilen zum Kaiser-Wilhelm-Museum bringt, hält auch an Haus Esters und Haus Lange.


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