19.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Nach einer wahren Geschichte

Nach einer wahren Geschichte

Roman Polanski präsentiert neues Werk

Roman Polanski verhandelt in seinem neuen Film ein eigentlich sehr persönliches Thema. Herausgekommen ist allerdings ein etwas unpersönliches Werk.

Düsseldorf - Polanskis Ehefrau Emmanuelle Seigner (sie war bereits 1988 in Polanskis "Frantic" zu sehen) spielt die Schriftstellerin Delphine, die mit einem sehr persönlichen Roman über ihrer Mutter einen großen Erfolg feiern konnte. Bei einer Lesung steht eines Abends eine junge Frau (Eva Green) vor ihr, die sich einfach nur Elle nennt - französisch für "sie". Sie sei ein großer Fan, sagt Elle, so wie es schon Kathy Bates gesagt hatte, bevor sie in der Stephen-King-Verfilmung "Misery" James Caan das Leben schwer machte.

Viel erfährt man nicht über diese quasi namenlose Frau, die sich fortan zur besten Freundin von Delphine entwickelt. Sie ist ebenfalls Schriftstellerin, verfasst als Ghostwriterin Autobiografien für Stars und Sternchen. Delphine hingegen leidet an einer Schreibblockade. Immer wieder zeigt Polanski, wie sie in ihrer Pariser Traumwohnung vor ihrem Laptop sitzt und das leere Word-Dokument vor sich anstarrt. Elle will Delphine eine Muse sein, ermuntert sie, ihr "verborgenes Buch" zu schreiben, ihre eigene Autobiografie. Aus Freundschaft wird bald Besessenheit. Elle zieht bei Delphine ein, kleidet sich wie sie und reist einmal gar für sie in die Provinz, um an ihrer statt eine Lesung zu geben. Die Doppelgängerin selbst aber gibt sich weiterhin verschlossen, erzählt nur wenig über sich, und ob das stimmt, was sie da verrät, bleibt höchst zweifelhaft.

Roman Polanski erzählt von dieser Frauenfreundschaft, die immer wieder kurz davor ist, ins Erotische zu kippen, überraschend nüchtern. Man merkt schnell, dass "Nach einer wahren Geschichte" eigentlich ein Psychothriller sein will. Doch: Es dauert, bis so etwas wie Spannung aufkommt. Erst im letzten Drittel des Films, wenn sich Delphine und Elle in ein Haus aufs Land zurückgezogen haben, kommt es in der dunklen Einsamkeit zur Eskalation. Bis dahin ist der Film viel Oberfläche und schließlich in seiner Auflösung allzu vorhersehbar.

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