Nach Anschlägen auch Festnahmen in Deutschland

Medien: Hinweise auf Verbindungen zu Attentätern

Nach den Anschlägen in Brüssel hat es offensichtlich Festnahmen auch in Deutschland gegeben.

Berlin - Das berichteten am Freitag übereinstimmend das Magazin "Spiegel" sowie die ARD-Sender SWR und RBB. Demnach griff die Polizei einen Mann in Gießen auf, von dem es Verbindungen zu einem der Brüsseler Attentäter geben soll. Eine weitere Festnahme gab es laut "Spiegel" in Düsseldorf.

Den ARD-Informationen fiel ein 28-jähriger Marokkaner bei einer Routinekontrolle auf dem Bahnhof in Gießen auf. Für ihn galt nach Recherchen von SWR und RBB eine Einreisesperre für den Schengen-Raum. Auch soll er zuvor in Deutschland sowie in Italien bereits straffällig geworden sein. 2014 habe er erfolglos einen Asylantrag gestellt.

Bei einer genaueren Überprüfung fand die Polizei nach übereinstimmenden Berichten von ARD und "Spiegel" auf dem Telefon des Mannes zwei verdächtige SMS vom Tag der Brüsseler Anschläge. Eine davon enthielt laut "Spiegel" den Namen von Khalid El Bakraoui, einem der Brüsseler Attentäter. Eine weitere Nachricht bestehe nur aus dem französischen Wort "fin" (deutsch: Ende) und sei gesendet worden, drei Minuten bevor sich Bakraoui in einer U-Bahn in der belgischen Hauptstadt in die Luft sprengte.

Zuvor soll es noch einen weiteren Kontakt zwischen dem Marokkaner und einem der Attentäter gegeben haben. Außerdem seien Papiere zu einem Krankenhausaufenthalt des 28-Jährigen wegen einer nicht näher bezeichneten Verletzung für 18. März gefunden worden - dem Tag, an dem der wegen der Anschläge vom November in Paris verdächtige Salah Abdeslam in Belgien festgenommen worden war. Laut ARD ermittelt der Staatsschutz des Hessischen Landeskriminalamts in dem Fall.

Bei einem zweiten, am Donnerstagnachmittag von einem Spezialeinsatzkommando im Raum Düsseldorf festgenommenen Mann handelt es sich laut "Spiegel" um Samir E., der dort der salafistischen Szene zugeordnet werde. Er sei ebenso wie der Brüsseler Flughafen-Attentäter Ibrahim El Bakraoui, der Bruder Khalids, im Sommer 2015 von türkischen Behörden im Grenzgebiet zu Syrien unter dem Verdacht aufgegriffen worden, für Islamisten dort kämpfen zu wollen. Beide seien nach Amsterdam abgeschoben worden, von wo sie in die Türkei aufgebrochen waren.

Bei den Anschlägen auf den Flughafen und die U-Bahn in Brüssel waren am Dienstagmorgen 31 Menschen getötet und rund 300 verletzt worden. Auch in Brüssel hatte es am Donnerstagabend in Verbindung damit weitere Festnahmen gegeben.

(xity, AFP)