Nach Afghanistan-Desaster Zweifel auch an Mali-Einsatz

CDU-Politiker Wadephul: Nicht warten, bis dort ein Rechtsstaat entsteht

Nach dem Desaster in Afghanistan werden aus der Union auch Zweifel am Bundeswehr-Einsatz in Mali laut. Dieser solle kritisch überprüft werden.

Berlin - "Wir müssen uns Mali neu anschauen", sagte Unions-Fraktionsvize Johann Wadephul (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sowohl die Ziele als auch der Mitteleinsatz dort sollten überprüft werden.

Insbesondere beim sogenannten "Nation Building" dürften nicht zu hohe Erwartungen gesetzt werden, sagte der CDU-Politiker. "Wir können nicht warten, dass in Mali ein Rechtsstaat entsteht. Damit würden wir in dieselbe Illusion reinlaufen wie in Afghanistan", warnte Wadephul weiter.

Er bekannte sich allerdings weiterhin zu dem Ziel, bedrohte Staaten zu stabilisieren und Terrorbekämpfung zu unterstützen. "Wir können deshalb nicht abziehen", sagte er mit Blick auf Mali. "Es muss aber auch klar sein, dass hier nicht der nächste 20-Jahre-Einsatz läuft", stellte er weiter klar.

Derzeit ist die Bundeswehr an zwei internationalen Einsätzen in Mali beteiligt. Dies ist zum einen die EU-Ausbildungsmission EUTM, an der Deutschland mit bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten beteiligt ist. Zudem gibt es die UN-Mission Minusma zur Stabilisierung vor allem des durch islamistische Rebellen bedrohten Nordens des Landes, an der maximal 1100 deutsche Soldatinnen und Soldaten teilnehmen dürfen.

(xity, AFP)