Nabu zieht positive Zwischenbilanz jährlicher Vogelzählung

Bisher bundesweit zweieinhalb Millionen Gartenvögel gemeldet

Rege Beteiligung trotz kühlem Regenwetter: Die Umweltschutzorganisation Nabu hat eine erste positive Zwischenbilanz bei der alljährlichen Vogelzählung gezogen.

Wetzlar - Vom langen Himmelfahrtswochenende wurden bisher bundesweit zweieinhalb Millionen Vögel aus Gärten und Parks gemeldet, wie der hessische Nabu-Landesverband in Wetzlar am Mittwoch mitteilte. Allein in Hessen hätten über 9300 Beobachter fast 199.000 Vögel gezählt.

Dabei handelt es sich um vorläufige Zahlen, da noch bis zum 24. Mai Beobachtungen zur Aktion "Stunde der Gartenvögel" gemeldet werden können. Mit einem Endergebnis werde für Ende Mai gerechnet. Ersten Zwischenergebnissen zufolge belegten Haussperling und Amsel - wie bisher in jedem Jahr seit Beginn der Aktion - den ersten beziehungsweise zweiten Platz der am häufigsten gemeldeten Gartenvögel. Die Amsel wurde laut Nabu in über 92 Prozent aller Zählungen entdeckt.

Auch für die Blaumeise, deren Zählergebnisse nach einem bakteriell bedingten Massensterben im Frühjahr 2020 mit Spannung erwartet wurden, gab es gute Nachrichten. "Die Blaumeise hat sich vom Einbruch im vergangenen Jahr gut erholt", erklärte der hessische Nabu-Landesvorsitzende Gerhard Eppler. "Offenbar konnten erfolgreiche Bruten die Verluste weitgehend ausgleichen."

Insgesamt seien pro Garten wieder mehr Vögel entdeckt worden. "Besorgniserregend" sei hingegen die Entwicklung bei den Mauerseglern, Mehlschwalben, Grünfinken und dem Zaunkönig. Eine Trendwende sei bei diesen Arten nicht in Sicht.

Positiv entwickelt hätten sich dagegen die Bestände von eigentlich im Wald beheimateten Vögeln wie der Ringeltaube und dem Buntspecht. Gewinner des Jahres könnte laut Nabu der Stieglitz werden: Für den farbenfrohen Vogel, der seine Jungen vegetarisch ernährt, verdoppelte sich die Zahl der Sichtungen seit Beginn der Aktionstage.

(xity, AFP)