Muslime in Deutschland empört über Moscheeverbots-Debatte in AfD

Mazyek fordert Respekt für Verfassungsprinzipien

Der Zentralrat der Muslime hat mit Bestürzung auf Forderungen aus der AfD reagiert, den Bau und Betrieb von Moscheen in Deutschland zu untersagen.

Berlin - Der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, sagte dem Redaktions-Netzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben): "Mit Erschrecken, aber nicht überrascht, stellen wir fest, wie Islamfeindlichkeit in Hass und Verachtung gegen alle Muslime umschlägt und nun auch keinen Halt mehr vor unseren Verfassungsprinzipien macht."

Mazyek beklagte, dass sich unter dem Eindruck der jüngsten Terroranschläge immer stärker ein Generalverdacht ausbreite, "der Islamfeindlichkeit als salonfähigen Rassismus" schüre.

Der AfD-Bezirksverband Niederbayern hatte zuvor einen Vorschlag für das zu verabschiedende Parteiprogramm vorgelegt, der die Forderung enthält, den "Bau und Betrieb" von Moscheen in Deutschland zu untersagen.

Damit ging der Bezirksverband über den Entwurf der offiziellen AfD-Programm-Kommission hinaus. Deren Leitantrag verlangt, "verfassungsfeindlichen Vereinen" den Bau und Betrieb von "verfassungsfeindlichen Moscheen" zu untersagen. Die AfD will auf ihrem Parteitag Ende April erstmals ein Parteiprogramm verabschieden.

(xity, AFP)