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Münster gedachte der Opfer der Amokfahrt 2018

400 Menschen in der voll besetzten Lambertikirche

Am ersten Jahrestag der Amokfahrt wurde bei einem ökumenischen Gottesdienst am Sonntag, 7. April 2019, in Münster der Opfer und aller von dieser Gewalttat betroffenen Menschen gedacht.

Münster - In der voll besetzten Lambertikirche versammelten sich 400 Angehörige und Betroffene, Vertretungen der Feuerwehr, von Hilfsorganisationen und der Polizei sowie Menschen, die nach der Amokfahrt spontan Hilfe geleistet haben. Anschließend zogen sie von der Kirche zu der Stelle, wo sich die Tat ereignet hatte, und legten dort Blumen nieder.

Das Wetter ist genau wie vor einem Jahr am Samstag, 7. April 2018. Ein wunderschöner Frühlingstag, viele Menschen genießen die warme Sonne, flanieren durch die Stadt, sitzen in Eiscafés und Straßenlokalen. Nur auf dem Platz beim Kleinen und Großen Kiepenkerl herrscht am Jahrestag der Gewalttat am frühen Nachmittag noch Ruhe. Beschäftigte dieser Lokale bilden eine große Besuchergruppe beim Gedenkgottesdienst.

Die NRW-Landesregierung ist ebenfalls in die Lambertikirche gekommen. Die Minister Herbert Reul, Peter Biesenbach, Hendrik Wüst und Stephan Holthoff-Pförtner nehmen am Gottesdienst teil, ebenso Oberbürgermeister Markus Lewe und Regierungspräsidentin Dorothee Feller. "Wir sind alle getroffen worden vor einem Jahr", so Innenminister Reul. Der Amokfahrer habe mit seiner Tat Leben und Freude zerstören wollen. Aber "diesen Erfolg wollen wir niemandem zugestehen". Und jetzt, ein Jahr später, sei Münster wieder die Stadt, die sie war.

Vier Kerzen auf dem Altar erinnern an die vier Menschen, die durch die Tat oder an deren Folgen verstorben sind. Die evangelische Pfarrerin Ulrike Krüger verliest die Namen, Hans-Bernd Köppen, katholischer Pfarrer von St. Lamberti, entzündet die vier weißen Kerzen zur Gitarrenmusik von Bernard Lammerding an einer Osterkerze. Der Münsteraner hatte ein paar Tage nach der Tat beim Kiepenkerldenkmal mit der Gitarre für die Opfer gespielt. Zufällig war damals die Schwester eines niederländischen Opfers anwesend, seitdem ist der Kontakt zwischen beiden nicht mehr abgerissen.

Hunderte Menschen ziehen nach dem Gottesdienst gemeinsam auf den Platz beim Kiepenkerldenkmal, das an die wandernden Händler mit ihren Tragekörben aus dem Münsterland erinnert. Dort spielte Bernard Lammerding noch einmal für die Opfer und die Besucher legen Rosen und bunte Tulpen in einen bereitgestellten Korb.


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