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Münchener Erzbischof koordiniert vatikanischen Finanzrat

Finanzstrukturen im Vatikan seit langem in Kritik

Papst Franziskus hat den deutschen Kardinal und Münchener Erzbischof Reinhard Marx zum Koordinator eines neuen Finanzrats im Vatikan ernannt. Die Finanzstrukturen im Vatikan stehen wegen Intrigen und Unregelmäßigkeiten seit langem in der Kritik.

Papst Franziskus hat den deutschen Kardinal und Münchener Erzbischof Reinhard Marx zum Koordinator eines neuen Finanzrats im Vatikan ernannt. Der Rat aus acht Kardinälen und sieben externen Finanzexperten, die allesamt heute berufen wurden, soll als eigenständiges Gremium neben dem im Februar gegründeten Finanzministerium des Kirchenstaats fungieren, wie Vatikansprecher Federico Lombardi mitteilte. Die Mitglieder des Finanzrats kommen aus allen Teilen der Welt.

Die Beziehungen zwischen dem Rat und dem Ministerium, dem sogenannten Wirtschaftssekretariat, würden in Statuten festgelegt, sagte Lombardi. "Der Rat ist eine Institution mit eigenen Kompetenzen und nicht nur ein Beratungsgremium für das Sekretariat", führte er aus. Dem Ministerium steht der frühere Erzbischof im australischen Sydney, George Pell, vor. Wie Marx gehört er zu einer Kommission von acht Kardinälen aus aller Welt, die den Papst mit Blick auf eine mögliche Reform der Kurie berät.

Die Finanzstrukturen im Vatikan und in der Weltkirche stehen wegen Intrigen und Unregelmäßigkeiten, unter anderem bei der Vatikanbank, seit langem in der Kritik. Der Europarat forderte die Vatikanbank im vergangenen Juli zu mehr Einsatz im Kampf gegen Geldwäsche auf. Franziskus macht seit seinem Amtsantritt im vergangenen März deutlich, dass er umfassende Reformen anstrebt. So besetzte der 77-jährige Argentinier bei der Bank Leitungsposten neu und setzte einen Finanzaufseher für das Institut ein.

© 2014 AFP


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