Müller beklagt fehlende Unterstützung aus Berliner SPD-Führung

Regierender Bürgermeister äußert sich zu Kandidatur um Landesvorsitz

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat seine überraschende Kandidatur für den SPD-Landesvorsitz unter anderem mit mangelnder Unterstützung durch den amtierenden Parteichefs Jan Stöß begründet.

Berlin - "Ich glaube, dass es eine Struktur geben muss im Landesverband, die sich ganz selbstverständlich in bestimmten Situationen auch von sich aus engagiert", sagte Müller am Donnerstag. "Da habe ich mir mitunter in der Vergangenheit mehr gewünscht."

Müller sagte einen Tag nach der Bekanntgabe seiner Kandidatur weiter, dass es in den vergangenen Monaten nicht gelungen sei, mit Stöß eine Einigung über die künftige Besetzung des Landesparteivorstands zu erzielen. Bausenator Andreas Geisel, der als Müllers Vertrauter gilt, will beim Parteitag am 30. April für den Posten des Geschäftsführenden Landesvorstands kandidieren. Damit war Stöß offenbar nicht einverstanden.

"Wenn man das über Wochen auslotet und merkt, man kommt nicht zu einem Ergebnis, dann muss der eine oder andere sagen, wie er damit umgeht - das habe ich jetzt gemacht", sagte Müller. Stöß, der Müller im Jahr 2012 in einer Kampfkandidatur nach acht Jahren aus dem Amt des Landesparteichefs gedrängt hatte, will im Verlauf des Tages bekannt geben, ob er in etwas mehr als zwei Wochen gegen Müller antritt.

"Das ist ein kurzer Zeitraum, auf der anderen Seite wäre es jetzt auch nicht besser gewesen, das vier Monate lang zu diskutieren", sagte Müller über die Lage wenige Monate vor der Neuwahl zum Abgeordnetenhaus am 18. September. Müller war wegen diverser Affären sowie Querelen mit dem Koalitionspartnner CDU zuletzt unter Druck geraten. Die Zustimmungswerte zu seiner Arbeit sinken, auch wenn die SPD in Umfragen weiterhin stärkste Partei ist.

(xity, AFP)