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"Moskauer Positionen in Düsseldorf"

Ausstellung im Atelier am Eck

Die Künstlerinnen Ksenia Tsykunova und Julia Vergazova wurden im Rahmen des Künstleraustausches zwischen Düsseldorf und Moskau für zwei Monate eingeladen in Düsseldorf zu leben und zu arbeiten.

Düsseldorf - Sie sind Stipendiaten der Landeshauptstadt Düsseldorf. Nun zeigen sie ihre Arbeiten im Atelier am Eck, Himmelgeister Straße 107E. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, 7. November 2019, 19:00 Uhr, statt. Kurator Dennis Cibula wird eine Einführung geben.

Ksenia Tsykunova arbeitet fotografisch und nutzt Internet-Archive, um den Einfluss neuer Technologien auf die Verhaltensweisen junger Menschen in Russland zu erforschen. Dabei interessiert sie, wie sich Menschen in den Sozialen Medien, besonders auf YouTube, darstellen. Sie sucht nach den mentalen Grenzen und erkundet das Wechselspiel von Intimität und Öffentlichkeit. Während ihres Gastaufenthaltes in Düsseldorf arbeitet sie an ihrem Projekt "Youtubiful. Gender Journey". Sie kreiert Installationen mit Screenshots von Menschen, die sich außerhalb unseres binären Geschlechtermodells befinden.

Die Selbstempfindung liege, nach  Aussage der Künstlerin, in unseren Gehirnen und nicht zwischen den Beinen und sei eine Reise in die geistige Tiefe auf der Suche nach dem, was man wirklich ist, egal ob Mann oder Frau. Die Videoplattform "YouTube" dient ihre dabei als scheinbar endloses Archiv. Gleichermaßen hinterfragt sie die Fotografie, indem sie fremdes Videomaterial sichtet und darin ihre Bildinhalte findet. Was unterscheidet Screenshot und Fotografie? Das Medium YouTube wird zu einer eigenen emotionalen Landschaft. Privatsphäre und Öffentlichkeit verschwimmen und generieren eine gesellschaftliche Projektionsfläche.

Julia Vergazova arbeitet multimedial und erschafft Installationen zwischen Fiktion und Realität. Sie beschäftigt das Verhältnis des Menschen zu seiner selbst erzeugten technischen Welt und wie die Natur darin mitwirkt. Innerhalb dieses Spannungsfeldes erzeugt sie in ihren Installationen Welten aus unterschiedlichsten Materialien und Motivationen und behandelt Themen wie Zensur und unsichtbare Netzwerke. Die Künstlerin möchte das Verhältnis von Biologie und Technologie erkunden und ihre Distanz hinterfragen. Gleichermaßen interessiert sie die Relation des Cyberspace zur Realität, mit all ihrer Komplexität. Die Schnittstellen und Überschneidungen beider Welten liegen im Fokus des künstlerischen Interesses. Während ihres Gastaufenthaltes in Düsseldorf befasst sie sich mit einer aktuellen Form des Schamanen, der in der heutigen Zeit besondere Fähigkeiten mit sich bringt: So könne der neue Schamanismus aufgrund riesiger Datenmengen vielleicht die Zukunft voraussagen oder Maschinelles und Digitales beeinflussen.


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