Mordanklage nach Fund von acht Babyleichen in Bayern

Außer Kindsmutter auch Vater angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Coburg hat in dem im November bekannt gewordenen Fall der acht Babyleichen aus dem fränkischen Wallenfels Anklage gegen die Mutter und den Vater der Kinder erhoben.

Coburg - Wie die Ermittlungsbehörde am Freitag mitteilte, wird der Frau vierfacher Mord vorgeworfen. Sie soll vier Kinder in ihrer Wohnung zur Welt gebracht und nach der Geburt vorsätzlich getötet haben.

Dem Kindsvater wird Beihilfe zu den Taten vorgeworfen; er sei aber nicht an den Tötungen beteiligt gewesen. Die Anklage umfasst nur vier der acht Kinder, weil bei vier weiteren Neugeborenen nicht klärbar gewesen sei, ob sie tatsächlich nach der Geburt gelebt hätten und lebensfähig gewesen seien. Als Motiv für die Taten wirft die Staatsanwaltschaft den beiden Angeklagten vor, dass sie ihr bisheriges Leben uneingeschränkt von weiteren Kindern fortführen wollten.

Die 45 Jahre alte Kindsmutter befindet sich in Untersuchungshaft, der 55 Jahre alte Vater ist auf freiem Fuß. Das Landgericht Coburg muss nun über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden, ein möglicher Prozesstermin ist noch offen.

Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Funde von Babyleichen, die Dimension dieses Falls ist aber äußerst ungewöhnlich. Die Mutter hatte bereits fünf Kinder, zwei aus einer ersten Ehe, drei aus der Beziehung mit dem mitangeklagten Kindsvater der acht getöteten Säuglinge. Dieser brachte in die Beziehung weitere zwei Kinder mit ein.

(xity, AFP)