11.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Modellbauauffäre: Zweiter Ex-Kompagnon gegen Haderthauer

Modellbauauffäre: Zweiter Ex-Kompagnon gegen Haderthauer

Idealistische Motive für Straftätereinsatz bestritten

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hält trotz der Vorwürfe in der sogenannten Modellautoaffäre an Staatskanzleichefin Haderthauier fest.

München - In der sogenannten Modellbauaffäre der bayerischen Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) hat sich nun auch ein zweiter ehemaliger Kompagnon gegen die Politikerin gestellt.

Haderthauers ehemaliger Mitgesellschafter der Sapor Modelltechnik, Friedrich Sager, widersprach der Darstellung, die Firma habe aus Idealismus gehandelt. "Es ging nur darum, möglichst schnell die Fahrzeuge fertigzustellen und sie zu verkaufen, dass die Investitionen wieder zurückkommen und das Geld verdient wird", sagte Sager dem BR-Magazin "Kontrovers".

Wie Sager dem Sender weiter sagte, hätten in den Verhandlungen mit Christine Haderthauer und deren Mann Hubert mögliche Therapieerfolge bei den für den Modellbau eingesetzten psychisch kranken Straftätern keine Rolle gespielt. Auch sei nie davon die Rede gewesen, dass die gemeinsame Firma einen sozialen Zweck erfüllen solle.

Sager und der ehemalige Mitgesellschafter Roger Ponton, der das Ehepaar Haderthauer wegen Betrugs angezeigt hatte, sagten, es sei wichtiger Teil des Geschäftsmodells gewesen, dass die psychisch kranken Mitarbeiter der Modellbaugruppe extrem niedrige Stundenlöhne erhalten. "Eine billigere Arbeitskraft konnte man nicht bekommen", sagte Ponton.

Die Sapor Modelltechnik hat von psychisch Kranken gefertigte Luxus-Modellautos für zum Teil mehrere tausend Euro verkauft. Ponton erstattete Anzeige gegen das Ehepaar Haderthauer, weil er sich von diesem über die Gewinne getäuscht und deshalb bei seinem Ausstieg zu niedrig abgefunden fühlt. Die Staatsanwaltschaft München I führt in der Sache deshalb ein Ermittlungsverfahren gegen die CSU-Politikerin.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hält trotz der Vorwürfe an ihr fest. Ein Sprecher der Staatskanzlei sagte dem BR, wegen der laufenden Ermittlungen werde Haderthauer derzeit gegenüber den Medien keine Angaben machen.

(xity, AFP)


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