19.06.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ministerium will Frauen und Kinder in Asylheimen besser schützen

Ministerium will Frauen und Kinder in Asylheimen besser schützen

Neues Bundesgesetz soll Schutzkonzepte fördern

Das Bundesfamilienministerium will Frauen und Kindern in Flüchtlingsheimen besseren Schutz bieten.

Berlin - Jede Flüchtlingsunterkunft in Deutschland müsse über ein Schutzkonzept verfügen, forderte Familienstaatssekretär Ralf Kleindiek am Dienstag in Berlin. Eine entsprechende Regelung solle bald ins Asylgesetz aufgenommen werden. Kleindiek verwies auf "zunehmende Hinweise auf Vorfälle von Gewalt und insbesondere sexualisierter Gewalt" in solchen Einrichtungen. Diese Häufung mache deutlich, dass die bisherigen Schutzregelungen nicht ausreichten.

"Jeder Fall von Gewalt, Kindesmissbrauch und Vergewaltigung ist einer zu viel", erklärte Kleindiek. Gegen die Täter müsse hart vorgegangen werden. "Wer sich an Kindern, Frauen oder anderen Schutzbedürftigen vergeht, hat hier in Deutschland kein Gastrecht."

Der Staatssekretär verwies auf ein Programm der Förderbank KfW, um Frauen und Kinder durch Umbauten an Unterkünften sicher unterzubringen. Zu den geförderten Baumaßnahmen zählten unter anderem nach Geschlechtern getrennte Sanitäreinrichtungen, abschließbare Wohneinheiten sowie die Einrichtung geschützter Kinderräume. Das Programm soll Investitionskredite von bis zu 200 Millionen Euro bereitstellen.

Von der Opposition kam Zustimmung zu dem Vorhaben. Die Grünen-Familienpolitikerin Franziska Brantner bewertete die Ankündigung des Bundesfamilienministeriums allerdings als "überraschend spät". Flächendeckende Schutzstandards für Frauen und Kinder in Flüchtlingsunterkünften seien dringend nötig. "Statt schöner Worte und Ankündigungen brauchen wir endlich Taten."

Auch der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hatte die Koalition kürzlich zum Handeln aufgefordert. In deutschen Flüchtlingsunterkünften komme es tatsächlich zu sexuellen Übergriffen. Rörig forderte gesetzliche Schutzregeln.

(xity, AFP)


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